
Sinn und Zweck ist es, am Ende der Blog-Veranstaltung, nebst tollen Blogbeiträgen zum Thema, auch eine Vernetzung derer zu erreichen, die sich am selben Thema beteiligt haben. Dafür sollte, zwecks Wiedererkennung, immer das gleiche Bild im eigenen Blog verwendet werden und zu den jeweiligen Partnern verlinkt werden. Jeder Mitmacher darf zwei Stöckchen weiterwerfen und sollte dies innerhalb einer Woche tun. Ausgegangen ist die ganze Aktion von “Hess Natur”. Nun also wir. Und los geht’s…
Erstmal: Für uns gibt es ganz einfach keine Alternative mehr zu grüner Mode. Wer sich mit dem Thema befasst oder gar die Möglichkeit hat, sich vor Ort von den Zuständen und Bedingungen, die mit der Herstellung konventioneller Mode einhergehen, ein Bild zu machen, dem dürfte es schwer fallen weiterhin Billigkleidung aus den Kaufhäusern ranzuschaffen. Langer Satz, viele Kommas. Dass man nicht mit diesem Wissen auf die Welt kommt ist klar, deshalb kann man es niemandem übel nehmen, wenn sie/er noch nie so richtig darüber nachgedacht, warum eigentlich die Kleidung in den schwer nach Chemie riechenden Kaufhallen mit den zwei oder mehr Buchstaben im Namen soooo günstig ist. Gestern noch gesehen: Kindershirt für 1,99 Euro! Nein, das Teil war nicht reduziert. Normalpreis. Gestern auch gesehen: Die Doku “China Blue”. Wenn sich da die Näherinnen nach 20 Stunden Arbeit Wäscheklammern an die Augenlider klemmen, um nicht einzuschlafen, wird einem ganz anders…es gibt unglaublich viele abschreckende Fakten, sich zu informieren fällt nicht mehr schwer. Trotzdem ist man erstaunt dass die Leute gerne unglaublich viel Geld für unglaublich viel Zeug ausgeben, bei Kleidung muss es aber günstig sein. Man ist erstaunt dass sich intelligente Leute nicht wundern möchten, wie unglaublich billig ihr Hemd ist. Wie das kann, dass es eine halbe Weltreise hinter sich hat, das Geschäft eine Menge darin verdient, Material eingesetzt wurde und TROTZDEM nur 10 Euro kostet. Wie soll DAS funktionieren??
Bei uns war das so: Wir haben mit der Ernährung angefangen - das was “in einen rein geht”. Als nächstes das was auf die Haut direkt aufgetragen und eingerieben wird: Also auf Naturkosmetik umgestellt. Zwischendurch den Ökostrom geordert und Energiesparmassnahmen eingeleitet, und dann kam logischerweise das was man auf der Haut trägt: Kleidung. Wir wollen erbärmliche Arbeitsbedingungen, Ausbeutung, Kinderarbeit und Umweltverschmutzung nicht weiter durch den Kauf solcher Wegwerfsachen unterstützen. Wir möchten Kleidung tragen, die fair, ressourcenschonend und umweltfreundlich hergestellt wird, die lange hält und damit nachhaltig ist. Statt 4 billiger Shirts kaufen wir uns nun ein richtig tolles.
Wir haben also irgendwann angefangen, Ökomode zu kaufen. War aber nicht einfach. Online bestellen, da gibt es eine Menge Auswahl inzwischen. Aber wir mögen es lieber, vorher das Teil anzuprobieren, den Stoff zu spüren. Für uns war es dann eine Überraschung, wie wenig Läden in Berlin Green Fashion verkaufen, und vor allem AUSSCHLIEßLICH korrekte Klamotten verkaufen. Wir haben ein Ladenlokal gesehen das erschwinglich war, und zack haben wir einen Green Fashion Store eröffnet. Ok, es war weitaus schwieriger und hat uns viel Schweiß und Nerven gekostet. Naiv sind wir da rangegangen, und waren enttäuscht, dass ein bekannter Ökojeansanbieter lieber neben Levi’s im Laden hängt als in unserem reinen Green Fashion Store. Weil wir eben klein anfangen. Aber es gab auch viel Positives.
Die Erfahrung nach knapp 2 Monaten zeigt: Es gibt noch viel zu tun. Viel Überzeugungsarbeit im Laden zu leisten, denn Unwissenheit und Vorurteile sind weit verbreitet. Damit haben wir zu kämpfen, und es gibt Tage an denen zweifeln wir, ob es eine gute Entscheidung war, unsere gesamten Ersparnisse in den Laden zu investieren. Aber es gibt auch wieder Tage und Leute die einem neue Motivation geben. Leute die einem Mut geben, weil Sie dankbar sind, dass es unseren Laden gibt. Denn wenn es niemanden gibt, der den Mut hat, einen Anfang zu machen, dann passiert eben nichts. Und das wäre schlimm. Weil sich vieles ändern muss. Und wir tragen unseren ganz kleinen Teil dazu bei. Vielleicht wird der Teil auch größer, das wäre schön.
Wir alle sind die Konsumenten, wir entscheiden was wie hergestellt wird. Und wir setzen darauf dass ähnlich wie bei Biolebensmitteln immer mehr Leuten klar wird: Es gibt keine Alternative zu grüner Mode!
Wir werfen das Stöckchen weiter an Liligreen und Greenality…
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