Berlin, Schlüssel und nichtveganer Brotaufstrich
Von Bekleidungssyndikat am 23. Jan. 2010
Ein subjektiver Bericht über zwei Tage in Berlin, dem Besuch der „TheKey“ und dem Kulturschock auf der „Bread and Butter“.
Unser Kurztrip nach Berlin ist vorbei und der Alltag hat uns schneller wieder, als gedacht. In Abwesenheit entgangene Pakete wollen abgeholt werden, die „Beute“ der Messe sortiert und ganz nebenbei reißt der Ärger um ein angeblich progressives Kino in Berlin ebenfalls nicht ab. Aber der Reihe nach.
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Am Donnerstag machten wir uns pünktlich auf, um bei Türöffnung ab 12:00 Uhr, die alte Heeresbäckerei in Berlin Kreuzberg – dem diesjährigen Austragungsort von „the Key“ – zu erkunden. Im Gegensatz zum vorjährigen Ort, zeigte sich bereits am Eingang recht deutlich, es ist größer geworden. Wie wir später erfahren haben, hatte sich die Zahl der AusstellerInnen auf gut 50 verdoppelt.
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Zum Leidwesen der AusstellerInnen schien sich aber die Zahl der BesucherInnen – noch – nicht an den neuen Ort angepasst zu haben. Viele der Leute, mit denen wir geredet haben, waren enttäuscht über die Besucherzahlen. Es ist Spekulation, aber vielleicht mag das an zwei Faktoren liegen. Der Markt für explizit faire und ökologische Mode, die sich auch noch an ein eher jüngeres Publikum richtet, ist noch nicht besonders groß – im Gegensatz zum „nur bio“-Bereich, wie er sich zum Beispiel auf der Innatex präsentiert. Aber auch der Zeitraum von Mittwoch bis Samstag mag für mache HändlerInnen – schließlich ist „the Key“ von Mitwoch bis Freitag nur Fachpublikum geöffnet – schlecht gewählt sein. Fällt die Entscheidung doch nicht leicht, ob es möglich ist „mal eben“ für zwei Tage unter der Woche nach Berlin zu jetten und dabei möglicherweise auch noch das Geschäft zu machen zu müssen. Ganz davon abgesehen, dass nur eine Woche später in die Innatex stattfindet. Ob sich die BesucherInnenanzahl noch erhöht hat, vor allem, wie sich der auch für „EndverbraucherInnen“ offene Samstag sich entwickelt hat, werden wir sicher von den noch Anwesenden Leuten aus diesem Blog erfahren.
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Wir hatten uns ein gar nicht mal besonders ambitioniertes Programm zurechtgelegt. Es gab einige AustellerInnen mit denen wir geschäftlich reden wollten, andere wollten wir einfach mal kennen lernen und ein paar wollten wir auch einfach „nur“ wiedertreffen.
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Zumindest der geschäftliche Teil hat hervorragend geklappt. Ab dem Frühjahr werden wir auch endlich einige Ethletic-Schuhe im Programm haben, viele neue Modelle von den PantstoPoverty, sowie Neues von [treches]. Außerdem haben wir uns die neuen Sachen von toodot angeguckt – wir brauchen schließlich bald mal neue, vegane Hemden – und auch bei THTC und riotcreations waren Motive dabei, die wir aufnehmen werden, sobald wir wieder „freie Mittel“ haben.
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Der restliche Teil unseres Programm verlief dann jedoch anders, als geplant. Da sich nach über drei Stunden langsam der Hunger meldete, machten wir uns auf das älteste vegetarische Fastfood in Deutschland zu besuchen, das nur eine Bahnstation entfernt war. Was sollen wir sagen – solides Essen in Bioqualität das „normales“ Fastfood locker schlägt, vor allem wegen der großen veganen Auswahl. Zuviel sollte davon trotzdem nicht gegessen werden, denn die Pommes werden auch hier in Fett gebacken und trotz Vollkornmehl sind Burgerbrötchen alles andere als Vollwert. Aber für zwischendurch, genau das, was wir brauchten.
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Leider meldete sich der Wetterumschwung – in Hannover hatte es noch Tauwetter, Berlin war gut 10 bis 15 Grad kälter – und die krassen Temperaturwechsel durch die beheizten Räume in Form von Kopfschmerzen, so dass wir unser Messeprogramm abbrachen. Dadurch entging uns natürlich das wichtigste dieser Messe, das Netzwerken. Ganz davon abgesehen, dass wir auch etliche Leute, mit denen wir bei einem Heiß- oder Kaltgetränk noch schnacken wollten, nur kurz gesehen hatten. Zum Glück ließen sich die Kopfschmerzen mit Ruhe (und einer Portion Paracetamol) dann doch in den Griff kriegen.
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Das Kontrastprogramm am nächsten Tag – der Besuch der „Bread an Butter“ – war dann mehr oder weniger ein Kulturschock. Nicht nur, dass der Ort riesig war, so cool und gestylt, wie das Publikum werden wir wohl nie sein. Auch die Werbematerialien, die uns am Eingang überreicht wurden spotteten jeder Beschreibung. So gab es für alle Interessierten die „Brandbible“ ein fest gebundenes Buch in dem die AusstellerInnen mit je einer Seite vertreten waren, geschätzt 300 Seiten Papier. Nach dem Besuch des Lonsdale-Stands – ein Muss für Leute mit Punkhintergrund – der Besichtigung des Kuyich-Stand, an dem Hosen präsentiert wurden, die aussahen, als ob damit eine Wohnung renoviert wurde und einem schnellen Rundgang durch die Hallen machten wir uns nach zwei (!) Stunden wieder auf, diese doch komplett andere Welt zu verlassen.
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Als Fazit bleibt bei uns daher zur „theKey“ kommen wir gerne wieder, die Bread and Butter werden wir uns schenken – und im Sommer gibt’s ja auch weniger Temperaturwechsel, die für Migräne sorgen, da klappt’s dann auch mit dem Leute treffen.






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