Ein Text, den ich nicht verstehe
Von Bekleidungssyndikat am 20. Jun. 2011
Sonst habe ich normalerweise keine Probleme mit den Texten von Kirsten Broddes Blog “Grüne Mode”, aber ich glaube diesen Text habe ich nicht verstanden…
…unter dem Titel “Schön und Gut” hat Fredericke Winkler einen Text geschrieben, bei dem ich wirklich nciht weß, was die Autorin uns sagen will.
Dass “wir” (Leute, die “Grüne Mode” machen) nicht Kleidung im “Sacklook”, sondern modische Qualitätsware produzieren sollen? Wohl kaum.
Dass manchen Leuten der moralisch /ethische Ansatz und das Werben damit zu viel werden kann – und gerade bei konventionellen EinkäuferInnen auch abschrecken kann ist ja das eine. Aber was ist die Alternative, wenn wir mit dem “Alleinstellungsmerkmal” nicht mehr so offensiv werben sollen?
Ich habe daher das Gefühl, dass ich den Text nicht verstanden habe (und mich irgendwie diffus angeriffen fühle). Vielleicht geht das aber nicht nur mir so und ich würde mich über eine Rückmeldung freuen.






2 Kommentare
sunimar
Uh, ich finde der Text wirft viel zu viele komplexe Themen zusammen, darauf kann man kaum knapp eingehen. Ein paar ganz kurze Gedanken trotzdem:
(1) Ob man es jetzt Sachlook nennen muss oder nicht, aber auch ich finde außer T-Shirt, Jeans und Hoodie (das sind zugebenermaßen schonmal Basics) wenig ansprechendes, dass bio-fair ist. Wenn ich dann bedenke, dass Geschmäcker verschieden sind, wird es einigen zwar besser, aber anderen auch noch schlechter als mir gehen.
(2) Mode ist und bleibt Mode, somit muss Optik bzw. das persönliche Gefallen vor den Siegeln, etc. kommen.
(3) Brands, die einfach bio-fair machen, ohne es drauf zu schreiben, finde ich im Prinzip super. Ich habe mal gelesen, dass O’Neill große Mengen Bio-Baumwolle verarbeitet (hat), ohne es auszuzeichnen – top. Mittlerweile haben sie Eco-Kollektionen, keine Ahnung, wie gut die gehen.
(4) Aber die können es sich natürlich auch leisten, weil sie etabliert sind. Wir alle bewegen uns mehr oder weniger in Szenen (die größte ist nach meiner Definition der Mainstream) und in jeder gelten deren eigene Gesetze. Um beim Thema zu bleiben: Sunimar kommt gegen O’Neill nie an, da ist ein Alleinstellungsmerkmal hilfreich.
(5) Ich persönlich bin der Meinung, und dafür könnt Ihr mich Kreuzigen, dass wirkliche nachhaltige Veränderungen in der Produktion nur über die Großen gehen. Wir, die Kleinen, sind super für die Nerds und es ist cool, wenn wir Top-Standards haben, im Großen ist es aber viel wichtiger, dass C&A weiter und mehr Bio-Jeans verkaufen.
Beste Grüße, M.
Juni 20th, 2011 um 18:16
Ingmar (Bekleidungssyndikat)
Hei Marco!
Danke für dein Kommentar – was mich ja bei dem Text irritiert – ich würde vieles als “bekannt” voraussetzen. Gerade dass “Mode” modisch sein soll – wobei da ja die Geschmäcker tatsächlich sehr weit auseinander gehen. Ich als alter Ex-Punker kann mit fast Allem, was so verkauft (und getragen!!!) wird sehr wenig anfangen – egal ob Öko oder nicht. Und klar ist – wenn etwas Scheiße aussieht, kauf ich das nicht, egal wie toll produziert.
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Öko-Mode muss halt der gewählten Zielgruppe entsprechen – deswegen haben wir bei uns ja auch so viele Basics, denen du das Öko nicht ansiehts. Andere haben halt genau den Ökotouch, weil den die Zeilgruppe will. Aber das ist mAn die totale (Marketing-)Binsenweisheit
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Deinen Punkt (5) kann ich voll unterstützen. Nur werden “die Großen” nix ändern, wenn sie nicht unter Druck stehen – von KonsumentInnen (wo ja die CCC ansetzt), wie auch von “MitbewerberInnen” (also wir). Ist ja bei der Entwicklung der Öko-Lebensmitteln gut zu sehen. Seit diese einen bestimmten Marktanteil erreicht hatten, war das auch für die Großen interessant. Das wird bei Ökomode – oder besser Mode aus ökologisch produzierten Materialien – nicht anders sein. Wenn der Umsatz erstmal 2-3% des Gesamtumsatzes erreicht, wir es auch eine Ökolinie bei Kik oder famila geben…
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Nochmals Besten Dank, weil ich fand die meisten Aussagen aus dem Text entweder zu abgehoben oder zu banal, als dass ich dachte, das ist tatsächlich so gemeint.
Cheers
Ingmar
Juni 22nd, 2011 um 13:08
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