FairTradeZone-Rundreise gestartet

Von am 03. Nov. 2010


Mit der Veranstaltung im hannoverschen Rathaus ist die Rundreise zweier Näherinnen der Kooperative Nueva Vida FairTradeZone am Montag gestartet. Die nächsten zehn Tage werden sie in verschiedenen Städten Station machen und die Geschichte ihrer Kooperative erzählen.

Gut 45 Personen waren im Mosaiksaal des hannoverschen Rathaus zusammengekommen, um die beiden Näherinnen Sulema Garay und Elena Vallejos zu begrüßen. Nachdem die im Sommer geplante Tour durch die Weigerung der Fluggesellschaft Iberia die beiden Frauen an Bord zu nehmen verhindert wurde – näheres kann hier nachgelesen werden – war der Koordinatorin Beate Gonitzki die Erleichterung anzumerken endlich die nicaraguanischen Gäste begrüßen zu können. Bevor die beiden Näherinnen aber von sich und ihrer Kooperative berichteten wurden noch zwei Grußworte gehalten. Schließlich bildete Hannover die Eröffnungsstation.

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Die stellvertretende Bürgermeisterin Ingrid Lange machte in ihrer Begrüßung auf den scharfen Kontrast aufmerksam, den das etwa hundert Jahre alte Mosaik “Handwerk hat goldenen Boden” des Veranstaltungssaals zu den Erzählungen der beiden Nicaraguanerinnen bildet. Hier kraftstrotzende Männer bei denen Frauen nur das schmückende Beiwerk bilden und dort die beiden Frauen, welche entgegen aller Widrigkeiten die Kooperative zusammen mit 100 anderen Frauen aufgebaut haben. Auch die ehemalige niedersächsische Justiz-Ministerin Heidi Merk ging auf die Besonderheit ein, die ein Betrieb darstellt, der von Frauen gegründet und betrieben wird. Dabei betonte sie besonders, dass wir nicht nur im globalen Süden, sondern auch im Norden noch lange nicht Gleichberechtigung und gerechte Arbeitsbedingungen verwirklicht haben.

Der mit Bildern illustrierte Vortrag zeigte deutlich, welchen weiten Weg die Frauen bereits beschritten haben. Nach dem der Hurrican Mitch im Jahr 1999 praktisch ihre Lebensgrundlage zerstört hatte standen sie wie viele andere buchstäblich vor dem Nichts. Aus diesem haben sie und ihre MitstreiterInnen (es gibt in der Kooperative auch einige Männer) mit Hilfe von Entwicklungshilfegeldern einer US-amerikanischen NGO eine Fabrik gebaut, in der sie jetzt Kleidung herstellen. Seit fünf Jahren sind die von ihnen produzierten Shirts in Deutschland erhältlich. Aber erst jetzt war es möglich zwei Frauen einzuladen, um ihnen die Chance, mit den KonsumentInnen in Kontakt zu treten und für ihr Projekt zu werben.

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Neben dem Vortrag gab es vier Infotische der lokalen VeranstalterInnen. Das Jugendumweltnetzwerk – JANUN präsentierte mit Weltbewegend ein Spiel zu Konsumverhalten. Das 3.Welt-Forum mit seiner AG “Saubere Kleidung” hatte Infomaterial zu ihren Aktionen mitgebracht, ebenso das Agenda21 -Büro der Landeshauptstadt Hannover. Letztlich sorgte die FAU-Hannover mit ihren Materialien für einen schwarz-roten Akzent. Passend zum Weltvegan-Tag gab es nach dem Vortrag noch ein kleines Buffet mit veganem Fingerfood. So wurde die Möglichkeit zum Austausch nach dem Vortrag von vielen Anwesenden in geselliger Runde noch genutzt.

Heute wird die Tour in Freiburg fortgesetzt. Die weiteren Termine sind hier zu finden.