Bioplastik und Dumpster-Diving für Textilverpackungen
Von bumbaumel am 01. Mrz. 2010
Es macht nicht wirklich Sinn, wenn wir unsere tollen Biobaumwolle-Sachen in Plastik verpacken, um sie dann in teueren Kartonagen zu versenden, oder?
Neulich musste ich ein sehr großes Paket raussenden und hatte keinen Karton. Auch bei Hermes war nichts zu kaufen in der Größe. Und einen nagelneuen Karton von Hermes zu kaufen wäre eh nicht wirklich ökologisch, oder? So fand ich mich in der Erfurter Fußgängerzone beim “Dumpster-Diving”, zu Deutsch: Rumschnüffeln in Altpapiercontainern. Einen geeigneten Karton habe ich gefunden, zwar mit russischem Text drauf und ein paar Schoko-Münzen noch drin, doch er war sauber und mein voll ökologischer Versand war gerettet. Raus gingen die Slings nach Finland und zwar in echt recycelter Verpackung. Nun kann ich nur hoffen, dass mein Kunde dort mein Dumpster-Diving-Recyling so sehr schätzt wie ich…
Hier ein interessanter Beitrag von Utopia über Bioplastik.
Was meint Ihr dazu? Wie versendet Ihr Eure Sachen? Wie findet Ihr die Bioplastiktüten?








21 Kommentare
Marco
Hi,
interessantes Thema, beim dem auch gar nicht alle so richtig informiert zu sein scheinen :) Also erstmal gibt es ja dieses schwachsinnige Bürokratenmonster namens Verpackungsverordnung, dass uns verpflichtet, das für den Versand an Endkunden verwendete Material zurückzunehmen (bzw. dafür zu bezahlen). Da mir diese Deals alle höchst unsympathisch waren, habe ich mich nach Alternativen umgesehen und bin auf kompostierbares Bioplastik gestoßen. Ich habe dann auch kapiert, dass es da verschiene Qualitätsstufen gibt und hoffe einfach, was vernünftiges erwischt zu haben – unsere Versandtaschen sind aus nachwachsenden natürlichen Rohstoffen wie Zucker, Zellulose, Stärke und Holzschliff hergestellt. Kann man jetzt sicher auch noch bis zum geht nicht mehr durchdiskutieren (z.B. Zellulose), aber im Vergleich zu Plastik oder Karton finde ich das doch einen Fortschritt. Und – jetzt kommt überhaupt der Hit – es befreit uns von den Verpflichtungen der Verpackungsverordnung! :)
Gruß, Marco
März 2nd, 2010 um 10:16
Markus
@Marco:
Ist das dieses Biobiene-Zeugs? Hab ich mir auch mal überlegt..
lg
Markus
März 2nd, 2010 um 11:21
Björn Hens
Also wir haben die Biobiene-Tüten. Und schon sehr positive Rückmeldungen von Kunden, zumal man die auch direkt verschicken kann, ohne zusätzliche Umverpackung. Nur selbstklebende Briefmarken gehen dann nicht und das Paket sollte bei gutem Wetter ausgestellt werden, sonst löst sich die Verpackung auf. ;)
Kannst dir auch Biomülltüten beim DM kaufen. Wär auch mal was anderes! :)
Aber für einen Austausch sind wir offen.
März 2nd, 2010 um 11:32
Sarah
Das sind unsere Biobiene-Tüten in den Fotos. Aus Indien kommen die Sachen ebenfalls in Bioplastik eingepackt, so haben wir immer 2 Schichten.
Problem: die Deutsche Post nimmt die Tüten nicht an. Ich muss immer etwas anders besorgen für nicht-Hermes-Serndungen. Das ist immer sehr nervig.
März 2nd, 2010 um 11:43
Markus
Ich bin auch immer am hin und her überlegen….soll ich soll ich nicht??? :) Aber das mit dem “Bei Gutem Wetter ausliefern” is ja wohl echt nicht so oder? Ich meine die Tüten zersetzen sich ja bestimmt nicht SOFORT oder :)
März 2nd, 2010 um 11:50
Markus
Wie die Post nimmt die Tüten nicht an? Selbst als Paket nicht?
März 2nd, 2010 um 11:52
Ingmar (Bekleidungssyndikat)
Da bei uns alles entweder schön verpackt ist oder es sowieso nicht wichtig ist, weil wir es nochmal einpacken zum Verschicken, haben wir vor allem die Frage des Kartons.
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Dazu nutzen wir soweit es geht Direktrecycling. Soll heißen wir nutzen Kartons von dem Kaffee-Verkauf der FAU-Hannover, von FreundInnen und was wir halt so von den HändlerInnen bekommen. Außerdem packen wir Schuhbestellungen einfach in Packpapier.
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Weil das aber alles nicht immer geht – sei es weil einfach keine “alten” Kartons mehr da sind oder die passende Größe fehlt – haben wir auch noch “nagelneue” Versandkartons. Und wegen der Verpackungverordnung haben wir uns eine Lizens besorgt, war kein Schnäppchen aber weit von teuer entfernt.
März 2nd, 2010 um 12:15
Sarah
Wasserdicht sind sie schon. Wir hatten noch nie ein Problem.
Bei der DP hier in Erfurt stand ich da mit einer Tüte für einen EU-Versand und auf einmal hiess es, nee, die nehmen wir nicht. Nicht ausreichend verpackt. Es MUSS ein Karton sein, rechteckig. Ich musste extra an der Stelle einen Karton dort kaufen und dann auch noch als Paket statt Maxibrief raussenden. Umweltfreundlich und ökonomisch ist das ja nicht.
März 2nd, 2010 um 12:21
Marco
Hi,
@ Markus: ja, Bienebiene.
@ Sarah und alle anderen: Wenn die Post das nicht annimmt, ist das schon ein starkes Stück – extrem viele Textil-Onlineshops versenden ja mit Plastikbeuteln. Ich hatte auch nie Probleme.
Die Dinger gibt es ja in verschiedenen Größen und deshalb benutzen wir nur die. D.h. 2-3 Shirts gehen in die kleinen, die zum Glück auch blickdicht sind. Darauf klebe ich die “Sticker”-Briefmarken aus den Zehnerheftchen, erspart ja auch das Anstehen in der Post. Ich hab mal normale Briefmarken mit Klebestift draufgemacht, das war keine gute Idee und am nächsten Tag markenlos zurück. Größere Sachen verschicken wir per Hermes mit den größeren Säcken, ist nicht wirklich blickdicht aber dann ja versichert. Gab auch noch nie Probleme, mal abgsehen vom gemächlichen Hermestempo …
Gruß, M.
März 2nd, 2010 um 13:41
Marco
Ach ja, Markus, die sind wasserdicht :)
März 2nd, 2010 um 13:43
jeanette
was ist die geheimnis um solche tüten bei hermes schicken zu durfen? ich darf da immer nur pappschachteln/kartons schicken, sonst muss ich zum post…
März 2nd, 2010 um 22:27
Björn Hens
Hätte nicht gedacht, dass ich hier so Verwirrung stifte. :) Klar wetterfest! Keine Bange Markus. Ist schließlich ein deutsches Produkt! (Ironie!)
Und unsere Post nimmt die Maxibriefe so an. WIr erledigen das meist per Internet und Drucker und kleben die Dinger dann drauf, natürlich immer inkl. DHL gogreen. Gehört schließlich auch zu einem ökologischen Versand. Zumal Hermes ja nicht soooo korrekt ist, oder? Thema “Scheißlöhne” und so…
Unsere Päckchen sind direktrecycelt oder die hübschen gogreen Kartons von DHL.
März 3rd, 2010 um 00:39
Markus
Ist halt echt die Frage ob DHL das auch annimmt wenn man einen Geschäftskunden-Vertrag mit denen hat….ich meine mich zu erinnern, dass sie es nicht tun…im Vertragswerk steht glaub echt was von Kartonage drin.
Aber wie Marco schon geschrieben hat…die ganzen großen Onlineshops wie titus, frontlineshop und kolibri verschicken auch alles in so nem Platik-Pack…aber die haben auch mehr Macht als wir hehe…
März 3rd, 2010 um 07:34
Björn Hens
Geschäftskundenvertrag haben wir nicht. Kann darüber also nichts sagen. Vielleicht einfach die eigene Oma zur Post schicken, dann drücken die netten Beamten vielleicht ein Auge zu. ;)
März 3rd, 2010 um 11:27
Marco
Bitte, bitte, keine Megadiskussion, aber DHL (Stichwort “Deutsche Heeres Logistik”) und ihr Bio-Feigenblatt GoGreen (ernstgemeinte Konzern-Neuausrichtung wäre mir lieber als von denen zu nehmen, die ohnehin dazu bereit sind) sind mir keinen Deut sympathischer als Otto-Ableger Hermes. Aber mit Hermes kann ich meine Kundinnen und Kunden immerhin rund zwei Euro billiger bedienen, im Vergleich zu GoGreen sind es ja noch mal 60 (?) Cent Unterschied.
März 3rd, 2010 um 13:09
Björn Hens
Keine Diskussion. Nur unser Statement.
Für uns ist DHL kein Musterunternehmen und auch gogreen nicht unser Wunschtraum für ökologischen Versand, dennoch…
1. fährt schon seit über 4 Jahren mit vielen Erdgasautos durchs Land, die zwar keine endgültige Lösung darstellen, aber immerhin die Luftverschmutzung verringern.
2. tun sie das schon länger, als dass sie gogreen anbieten.
3. wettern alle anderen Postunternehmen eifrig gegend den Mindestlohn.
4. sieht man an unserem Hermes Zusteller leider auch, wo die 2 EUro eingespart wurden. Der kommt manchmal Abends um 20 Uhr und fährt mit seinem rostigen kleinen Privatauto vor.
und 5. hab ich persönlich Erfahrungsberichte von meiner Tante, die bereits für Hermes gearbeitet hat, aber wegen der unmöglichen Arbeitsbedingungen nach wenigen Wochen wieder das Handtuchgeschmissen hat, nachdem sie sich für die Zustellung ein eigenes Auto zulegen sollte.
Ach so, gogreen kostet 10 cent mehr und wird von den Kunden dankend angenommen und immer wieder gewürdigt.
Also Fazit für uns: Nicht unser Wunschtraum eines ethisch korrekten Unternehmens, aber (unserer Meinung nach) besser als die anderen.
März 3rd, 2010 um 17:26
Ingmar (Bekleidungssyndikat)
Für das Bekleidungssyndikat – wir schicken auch mit DHL – würde ich noch zwei Punkte zu Björns Punkten ergänzen (letztere wären auch unsere Punkte, die bei uns für DHL sprechen):
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1. DHL bietet “schon” ab 500 Pakten je Jahr einen Großkundentarif und -betreuung – Hermes erst ab 1000.
2. Wer Panzer sicher verschickt, bekommt das mit den Pakten auch hin (das war Ironie…)
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Letzteres war bei der Überlegung für uns schon recht wichtig – dann haben aber die etwas besseren Arbeitsbedingungen überwogen. Das sind die Widersprüche mit denen wir leider leben müssen. Aber ist vielleicht ja nicht für immer.
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Wegen der Panzer gehen wir nämlich unter anderem regelmäßig zu den Aktionen gegen “Deutschlands schönstes Gartenfest” – dem Sommerbiwak der Bundeswehr am Congress-Centrum in Hannover (Diese Jahr fünfjähriges Jubiläum der antimilitaristischen Proteste: http://antimilitarismus.blogsport.de ) – weil, wenn kein Militär, dann keine Heereslogistik.
März 4th, 2010 um 10:56
Sarah
Ich habe jetzt die DP angerufen und sie bestätigen, dass sie die Tüten als Maxibrief annehmen müssen. Warum man das in Erfurt HP verweigert hat weiss keiner. Also hat man mich bei der DP (schon wieder) falsch informiert.
Ich bin sehr froh, wenn ich sowenig Kontakt mit der DP wie möglich habe. Ich weiss nicht wie es mit ihren Arbeitsbedingungen wirklich ausschaut, aber sonderlich gut kann es nicht sein wenn die Leute immer dauernd schlecht gelaunt und informiert sind…. bei H dagegen ist immer alles klar, effizient, sogar freundlich und persönlich. Sorry aber als Unternehmerin muss ich mir auch Gedanken über meine eigene Arbeitsbedingugen machen, und mit der DP ist es mir einfach zu nervig.
März 5th, 2010 um 11:00
Björn Hens
Ich geb dir Recht, dass in diesen ehemals staatlichen Apparaten durch die Verschlankung (ich denke daher kommt es) immer sehr viel Chaos herrscht. Die müssen jetzt ehemals funktionierende Systeme durch die Rationalisierungsmaßnahmen, die der Marktdruck hervorruft, total umkrempeln, und dadurch kommt es gelegentlich zum Chaos. Ist bei der Telekom nicht anders.
Fair gehandelte Klamotten ausfindig zu machen, sie übers Netz bestellen zu müssen und mit einer kleineren Auswahl zurecht kommen, als auf dem üblichen Markt, kann auch nervig sein. Was sagst du den Menschen, die so argumentieren?
Ich will hier nicht werten. Jeder hat seine eigene Belastungsgrenze. Aber man sollte gelegentlich mal seine Argumente reflektieren, vorallem, wenn man anderen diese Argumente in anderem Zusammenhang gerne mal vorwirft, wovon ich mich nicht ausnehme.
März 5th, 2010 um 13:04
Björn Hens
Und zur schlechten Laune: Nur 13% der Deutschen sind zufrieden mit ihrem Job! Über die Hälfte puscht sich sogar mit Medikamenten auf. Das ist kein Post-Problem, das ist ein gesellschaftliches.
März 5th, 2010 um 13:05
dumpster
Richtige Einstellung! Warum sollte man auch neue Kartons kaufen? Die kosten unnötig Geld und sich absolute Verschwendung. Kartons kann man druchaus mehrfach verwenden. *thumbsup*
Juni 30th, 2010 um 23:58
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