Nachhaltig und gerecht – Produktion im Norden oder im Süden? Nachtrag von bumbaumel zur kK-Debatte

Von am 26. Nov. 2009


Kontrovers, heftig und kurzlebig war die KK-Diskussion über faire Sozialstandards und den Produktionsstandort. Habt ihr immer einen so kurzen Atem? Wir von bumbaumel jedenfalls waren noch nicht zufrieden und haben jemanden gefragt, der es wissen muss: Alexis Passadakis ist beim globalisierungskritischen Netzwerk Attac im Koordinierungskreis und Experte zum Thema Welthandel. Uns ist klar geworden, wir sehr unsere Debatte an der Innenperspektive klebt. Warum zum Beispiel kam niemandem die World Trade Organisation (WTO) in den Sinn? Wahrscheinlich, weil der Handel mit fairen Produkten tatsächlich nur eine Nische bildet, die von Auseinandersetzungen um Freihandelszonen oder Subventionen durch EU oder USA kaum berührt wird.

Alexis Passadakis von Attac

Alexis Passadakis von Attac

Worum geht es uns kleinen Labels eigentlich? Wollen wir gute Produkte günstig herstellen und gut verkaufen, damit wir von unserem Geschäft einigermaßen leben können? Wollen wir den Ländern des Südens etwas von unserem (relativen) Reichtum zurückgeben? Und warum eigentlich sollte nicht beides gehen? Sind wir tatsächlich auf gleicher Augenhöhe mit unseren Produzenten? Reicht es, Einzelprojekte zu unterstützen? Und ab und zu mal ein kritisches Artikelchen auf der Website zu veröffentlichen oder einen entsprechenden Beitrag bei korrekte Klamotten? Fürs gute Gewissen? Bis zur Weltrevolution?

Augenwischerei güldet nicht. Egal ob man an die Weltrevolution glaubt oder nicht – wir meinen, man sollte sich zumindest über den eigenen Anspruch im Klaren sein. Außerdem können wir doch schon mal anfangen, Dinge im Kleinen zu verändern, und zwar ohne uns gleich asketische Selbstkasteiung aufzuerlegen. Oder nicht?

Interview mit Alexis Passadakis