Stöckchenwurf: Weshalb trägst du grüne Mode?
Von Everyday is like Sunday am 26. Sep. 2009
Wir haben von unseren Kollegen Wertvoll ein Stöckchen zugeworfen bekommen. Ein was? Äh, kurze Erklärung dazu: Der Stöckchenwurf ist eine Blog-Veranstaltung, die ausgewählte Menschen und Firmen dazu einlädt, zu einem bestimmten Thema zu bloggen, in diesem Fall zu: Weshalb trägst Du grüne Mode?

Sinn und Zweck ist es, am Ende der Blog-Veranstaltung, nebst tollen Blogbeiträgen zum Thema, auch eine Vernetzung derer zu erreichen, die sich am selben Thema beteiligt haben. Dafür sollte, zwecks Wiedererkennung, immer das gleiche Bild im eigenen Blog verwendet werden und zu den jeweiligen Partnern verlinkt werden. Jeder Mitmacher darf zwei Stöckchen weiterwerfen und sollte dies innerhalb einer Woche tun. Ausgegangen ist die ganze Aktion von “Hess Natur”. Nun also wir. Und los geht’s…
Erstmal: Für uns gibt es ganz einfach keine Alternative mehr zu grüner Mode. Wer sich mit dem Thema befasst oder gar die Möglichkeit hat, sich vor Ort von den Zuständen und Bedingungen, die mit der Herstellung konventioneller Mode einhergehen, ein Bild zu machen, dem dürfte es schwer fallen weiterhin Billigkleidung aus den Kaufhäusern ranzuschaffen. Langer Satz, viele Kommas. Dass man nicht mit diesem Wissen auf die Welt kommt ist klar, deshalb kann man es niemandem übel nehmen, wenn sie/er noch nie so richtig darüber nachgedacht, warum eigentlich die Kleidung in den schwer nach Chemie riechenden Kaufhallen mit den zwei oder mehr Buchstaben im Namen soooo günstig ist. Gestern noch gesehen: Kindershirt für 1,99 Euro! Nein, das Teil war nicht reduziert. Normalpreis. Gestern auch gesehen: Die Doku “China Blue”. Wenn sich da die Näherinnen nach 20 Stunden Arbeit Wäscheklammern an die Augenlider klemmen, um nicht einzuschlafen, wird einem ganz anders…es gibt unglaublich viele abschreckende Fakten, sich zu informieren fällt nicht mehr schwer. Trotzdem ist man erstaunt dass die Leute gerne unglaublich viel Geld für unglaublich viel Zeug ausgeben, bei Kleidung muss es aber günstig sein. Man ist erstaunt dass sich intelligente Leute nicht wundern möchten, wie unglaublich billig ihr Hemd ist. Wie das kann, dass es eine halbe Weltreise hinter sich hat, das Geschäft eine Menge darin verdient, Material eingesetzt wurde und TROTZDEM nur 10 Euro kostet. Wie soll DAS funktionieren??
Bei uns war das so: Wir haben mit der Ernährung angefangen - das was “in einen rein geht”. Als nächstes das was auf die Haut direkt aufgetragen und eingerieben wird: Also auf Naturkosmetik umgestellt. Zwischendurch den Ökostrom geordert und Energiesparmassnahmen eingeleitet, und dann kam logischerweise das was man auf der Haut trägt: Kleidung. Wir wollen erbärmliche Arbeitsbedingungen, Ausbeutung, Kinderarbeit und Umweltverschmutzung nicht weiter durch den Kauf solcher Wegwerfsachen unterstützen. Wir möchten Kleidung tragen, die fair, ressourcenschonend und umweltfreundlich hergestellt wird, die lange hält und damit nachhaltig ist. Statt 4 billiger Shirts kaufen wir uns nun ein richtig tolles.
Wir haben also irgendwann angefangen, Ökomode zu kaufen. War aber nicht einfach. Online bestellen, da gibt es eine Menge Auswahl inzwischen. Aber wir mögen es lieber, vorher das Teil anzuprobieren, den Stoff zu spüren. Für uns war es dann eine Überraschung, wie wenig Läden in Berlin Green Fashion verkaufen, und vor allem AUSSCHLIEßLICH korrekte Klamotten verkaufen. Wir haben ein Ladenlokal gesehen das erschwinglich war, und zack haben wir einen Green Fashion Store eröffnet. Ok, es war weitaus schwieriger und hat uns viel Schweiß und Nerven gekostet. Naiv sind wir da rangegangen, und waren enttäuscht, dass ein bekannter Ökojeansanbieter lieber neben Levi’s im Laden hängt als in unserem reinen Green Fashion Store. Weil wir eben klein anfangen. Aber es gab auch viel Positives.
Die Erfahrung nach knapp 2 Monaten zeigt: Es gibt noch viel zu tun. Viel Überzeugungsarbeit im Laden zu leisten, denn Unwissenheit und Vorurteile sind weit verbreitet. Damit haben wir zu kämpfen, und es gibt Tage an denen zweifeln wir, ob es eine gute Entscheidung war, unsere gesamten Ersparnisse in den Laden zu investieren. Aber es gibt auch wieder Tage und Leute die einem neue Motivation geben. Leute die einem Mut geben, weil Sie dankbar sind, dass es unseren Laden gibt. Denn wenn es niemanden gibt, der den Mut hat, einen Anfang zu machen, dann passiert eben nichts. Und das wäre schlimm. Weil sich vieles ändern muss. Und wir tragen unseren ganz kleinen Teil dazu bei. Vielleicht wird der Teil auch größer, das wäre schön.
Wir alle sind die Konsumenten, wir entscheiden was wie hergestellt wird. Und wir setzen darauf dass ähnlich wie bei Biolebensmitteln immer mehr Leuten klar wird: Es gibt keine Alternative zu grüner Mode!
Wir werfen das Stöckchen weiter an Liligreen und Greenality…








16 Kommentare
Thorsten
Haha…ich musste grade beim lesen feststellen, dass mich doch 1-2 Aspekte sehr an die Gründung von Fairticken erinnert haben…
Ich kenne auch einen bekannten Ökojeanshersteller, der lieber neben Levis in der Innenstadt hängt als in unseren kleinen Laden. Hat mich auch etwas verwirrt…
Viele Grüsse und Erfolg nach Berlin!!!
Thorsten
September 26th, 2009 um 14:51
Everyday is like Sunday
;-) das geht wahrscheinlich so einigen Neugründern so….ein Label das mit K anfängt und i aufhört?
Finden wir im Nachhinein aber auch nicht schade. Machen dann lieber mit netten Leuten Geschäfte…
Danke fürs Daumendrücken!
Lieben Gruß
Patrick
September 26th, 2009 um 15:01
Thorsten
Klingt nach dem passenden Label….
Schönen Feierabend gleich!
Thorsten
September 26th, 2009 um 15:37
Benny
…auch ich konnte mich/uns in Eurem wirklich sehr schönen und toll geschriebenen Artikel wiederfinden.
Weiter so und den Mut nicht verlieren!
Die besten & sonnigsten Grüße in die Hauptstadt…
September 26th, 2009 um 16:37
Everyday is like Sunday
Danke, Benny, das beruhigt mich ja, dass wir nicht die einzigen sind….
Man muss offenbar auch ein wenig Geduld mitbringen!
Liebe Grüße!
Patrick
September 26th, 2009 um 16:46
Ingmar
…mal ein wenig Senf, um den ganzen Würze zu verleihen (auch wenn ich weiß, dass hier die meißten ähnlich denken, aber hier lesen ja auch andere Leute mit):
Ich trage keine “Green Fashion” und werde es auch nicht tun - Ich trage “Fairwear”!
Bei uns im Shop sind trotzdem (fast) alle Sachen Bio / Recycelt, weil das fair gegenüber den Leuten ist, die das produzieren - weniger Abhängigkeiten, weniger Gifte, bessere Lebensqualität.
“Green Fashion” ist nunmal nicht gleich “Fairwear” (und leider auch umgekehrt). Unser Lieblingsbeispiel (leider aus dem Bereich Lebensmittel), dass Bio nicht Fair sein muss, ist ja immer die Firma “Lebensbaum”: 100% biodynamischer Kaffee aber so fair, wie der von Tschibo. Und das Bespiel von Claus und Anton, die Biobaumwolljeans (Green Fashion?) haben, welche in den normalen Fabriken hergestellt werden, ist mAn nur halb so “schön” - weil für LoHaS (früher Ökos) das ja keine echte “Green Fashion” ist.
Daher wollen wir nicht ein Shop für “Green Fashion” sonder für “Bio-Fairwear” sein - und noch einiges darüber hinaus, aber das ist dann schon utopisch…
September 27th, 2009 um 13:36
Everyday is like Sunday
Danke für den Senf. Ich hoffe wir sind da ja nicht falsch verstanden worden. Man kann sich natürlich über den Begriff “Green Fashion” streiten. Er ist ja überhaupt nicht so klar definiert. Bei uns im Laden werden nur Sachen angeboten die fair produziert sind UND aus Ökostoffen - oder recycled. Uns ist der FAIR-Aspekt auch wichtiger als alles andere und Grundvoraussetzung. Das hatte ich mit meinem Beitrag auch an verschiedenen Stellen versucht klar zu machen, weswegen ich mehrfach über die Arbeitsbedingungen geschrieben habe. Das Beispiel mit der Bio-Baumwolle, die in “normalen” Fabriken hergestellt wird, kann man ja auch schön auf Tschibo, H&M, C&A usw. übertragen.
Also nochmal: Bei uns geht nur fair UND öko - das bezeichneten wir bislang als “Green Fashion”. Aber vielleicht nennen wir es dann auch besser “Fairwear”. Vielleicht sollte man mal versuchen die Begriffe genauer zu definieren, da offenbar verschiedene Deutungsansätze bestehen.
September 27th, 2009 um 19:23
Ingmar
@ Everyday
Das habe ich auch so verstanden. Mein Posting ist auch weniger “intern” als an die Mitlesenden von “außerhalb”.
Ich finde, dass wir versuchen sollten “Grenn Fairwear” (oder so) zu etablieren - “Green Fashion” sagt halt wenig über die Produktionsbedingungen. Wenn sich das etabliert (und die Marketingabteilungen werden das nur zu gerne aufgreifen) und dann “alle” denken, dass wird schon korrekt produziert sein, wenn es aus Biomaterial ist (oder gar nicht drüber nachdenken), dann stehen wir der “Konkurrenz” aus den Bekleidungsketten recht sprachlos gegenüber.
Also nix für ungut - war nicht gegen euch gerichtet!
September 28th, 2009 um 07:55
Marco
Ich will da nicht sinnlos rumstreiten, zumal klar sein sollte, dass für mich bio und fair zwei Seiten einer Medaille sind, aber: Ich sehe bio als den ersten von zwei notwendigen Schritten, nicht das Faire. Und hierbei geht es um das, was ich immer unter “nachhaltig” verstanden habe, nämlich die Erhaltung unseres Lebensraums. Ganz zugespitzt gesagt: Lieber ausgebeuteter Bauer und sauberes Trinkwasser als umgekehrt.
September 28th, 2009 um 09:20
Björn Hens
Das ich das noch erleben darf… Marco, ich geb dir absolut recht! :) Ohne Lebensgrundlage bringt auch ein Recht auf ein würdevolles Leben nichts. Zumal in “Bio” schon sehr viel Fairness drin steckt. Leider manchmal nicht unbedingt in der Produktion, aber auf jeden Fall im Erhalt von Gesundheit, Natur, Artenvielfalt… und und und. Die vorhergesagten 6°C Temperaturanstieg in Afrika lassen sich eben eher durch “bio” aufhalten, als durch fairen Handel. Aber explizit soll gesagt sein: BEIDES muss beachtet werden!
PS: Der Vergleich von Lebensbaum mit Tschibo ist etwas unfair, oder? ;) Hast du da konkrete Vorwürfe?
September 28th, 2009 um 11:27
Ingmar
Ha - da weiß ich wieder, warum wir auf dem Sozialforum eine Workshop zur Beziehung von Umwelt- und Gewerkschaftsbewegung machen…
Also ich finde, dass weder ausgebeutete ArbeiterInnen noch BäuerInnen gehen, schon gar nicht für Luxus hier bei uns. Die Biobaumwolljeans bei den Bekleidungsketten ist halt kein Schritt in die richtige Richtung, sondern Profitmargenerhaltung. Und für die Leute vor Ort macht es nur eine geringen Unterschied, ob sie eine miserablen Lebenstandart haben, weil sie in einem Biobetrieb ausgebeutet werden. Am besten noch vorher dafür von ihrem Land vertrieben wurden. Der Spezialausdruck dafür ist Öko-Imperialismus - dazu sehr zu empfehlen (aber mit Schwerpunkt Regenwaldschutzgebiete) das Buch “Naturschutz und Profit” aus dem Buko-Umfeld.
Naja und so allgemein zum Thema “ausgebeutete Bauern” könnt ihr gerne mal mit den Leuten von der “Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft” reden. Da sind die Klein(st)- und Bio-BäuerInnen in Deutschland organisiert.
Es ist kurzsichtig zu Glauben, “Bio” wäre der erste Schritt - ecology and human right - one struggle on fight, sag ich nur. Alles andere ist dann wieder der Haupt-Nebenwiderspruch-Unsinn an dem schon so vieles gescheitert ist. Wobei es natürlich für einzelne total wichtig ist Schwerpunkte des eigenen Engagments zu setzen - aber bitte das “Big Picture” nicht aus dem Auge verlieren!!
Zum Thema “Lebensbaum”: doch das ist so gemeint!
Da der Konflikt um den angeblich fairen Kaffee schon fast 15 Jahre her ist und eher verhalten rezipiert wurde, gibt’s nicht so wahnsinnig viel Literatur dazu. Was ich zum Nachlesen auf die Schnelle gefunden habe, ist eine kurze Zusammenfassung auf Seite 101 im Buch “30 Jahre FAU”.
Kurz zusammengefasst: Nach dem zapatistischen Aufstand 1994 wurden Soli-Gruppen in der BRD informiert, dass die “Finca Irlanda” (klassischer Großgrundbesitz mit deutschem Besitzer, wo der Kaffee von Lebensbaum herkommt) ihren WanderarbeiterInnen genauso beschissene Löhne zahlt, wie alle anderen auch - dafür aber ein Fairtrade-Logo drauf gemacht hat. Daraufhin wurde eine Kampagne gestartet. Aus dieser ist dann Cafe Libertad hervorgegangen - da gibt’s dann auch mehr Infos zu den Auseinandersetzungen.
Soweit ich weiß steht ja auch nicht mehr “Fair trade” auf dem Kaffee, nichtmal wie bei Rapunzel als eigenes Logo (dazu gerne genommen das Unterkapitel zum Label “Hand in Hand” aus “Die Ökolüge”).
Die “heile Ökowelt” aus den 1980er ist schon lange dahin - mit Öko läßt sich mittlerweile halt eine Menge Geld machen, da bleibt dann gerne so einiges liegen. Achja und dass Öko nicht “links” ist, sollte eigentlich nicht erst seit dem Posting hier im Blog bekannt sein, wo auf ein rechtes Eso-Label hingewiesen wurde, das Bio-Baumwollshirts benutzt. Ansonsten auch hier ein Buch: “Rechte Ökologie” (das ist leider nicht mehr up to date - hier fehlen jetzt die neueren Entwicklungen ua. zu den Tierrecht-AGs der “Autonomen Nationalisten”).
September 28th, 2009 um 12:27
Marco
Hallo Ingmar,
wie schon gesagt, ich möchte hier keine Endlosdiskussion führen, komme aber dennoch nicht darum, mich noch mal zu melden :) Also …
# Weder Björn noch ich haben behauptet, dass „ausgebeutete ArbeiterInnen und BäuerInnen gehen“. Im Gegenteil, wir haben beide betont, dass bio und fair für uns zusammengehören.
# Ich denke schon, dass die Bio-Jeans von C&A ein Schritt in die richtige Richtung ist. Denn die reale Alternative der Konzerne ist ja nicht die durchzertifizierte bio-faire Jeans, sondern das konventionelle Sweatshop-Produkt. Musst Dir ja nur mal ansehen, wie viel Bio-Baumwolle z.B. C&A verarbeitet – und wie wenig das wiederum in Relation zur Gesamtmenge des Konzerns ist. Ich sage all das nicht gerne, weil ich natürlich auch komplett andere Vorstellungen davon habe, was „richtig“ ist oder wäre. Aber, um noch mal ein anderes Beispiel zu bringen, ein 5-Liter-Auto ist in einer Welt voller Autos eben auch besser als ein 10-Liter-Auto, auch wenn es immer noch Scheiße ist.
# Wie von mir an anderer Stelle und von Björn hier noch mal gesagt, beinhaltet bio ohnehin oft schon einiges an fairen Aspekten. Und aus Gesprächen mit einem Menschen, der Bio-Baumwoll-Anbau in Uganda organisiert und unterstützt, kann ich Dir sagen, das bio und nicht-bio da einen ganz realen sozialen und gesundheitlichen Unterschied machen. Wiebke und Mathias werden bei ihren Vorträgen mit PAN ähnliche Gespräche geführt haben.
# „Haupt-Nebenwiderspruch-Unsinn“ ist letztendlich die ganze Party hier. Neben ökonomischen und ökologischen Problemen gibt es ja noch ein paar andere auf der Welt. Und auch wenn wir bei der Ökonomie bleiben: Fairen Handel gibt es im Kapitalismus doch eh nicht. Klar gibt es das eine oder andere sinnvolle Organisations- und Arbeitskonzept (und ich bin mir sicher, dass Ihr Euch mit Eurem syndikalistischen Ansatz da bei Weitem am Besten auskennt), aber im Großen und Ganzen ist Fairtrade – wie er eben überwiegend betrieben und vermarket wird – doch nichts anderes als eine kleine Korrekturmaßnahme; Kapitalismus mit menschlichem Antlitz.
# Anknüpfend an den Punkt zuvor meine ich, dass Dein „Big Picture“ hier bei uns doch sowieso schon aus dem Blick ist. Zum Beispiel die hier vor kurzem geführte Zertifizierungsdiskussion – die ich sehr interessant und spannend fand – war doch ein absolutes Nerd-Ding …
# Zum Abschluss noch mal etwas für mich ganz wichtiges, damit das nicht falsch rüber kommt: Ich finde es extrem gut und wichtig, Probleme von A-Z durchzudeklinieren und Maximalziele, Ideale, Utopien zu formulieren. Und das beziehe ich auf die Baumwoll-Produktion genauso wie auf ein Gesellschaftssystem oder die Spielweise meines Lieblingsfußballklubs. Aber – und vielleicht liegt das daran, dass ich ein desillusionierter, misanthropischer, alternder Arsch bin – glaube ich weder an die Überwindung des Kapitalismus noch an die Meisterschaft des 1. FC Köln.
Und versprochen, so viel schreibe ich nie wieder! :)
September 29th, 2009 um 12:48
Ingmar
Hey Marco!
Kein Ding - eigentlich will ich mich auch gar nicht streiten! Ich reagiere nur leider sehr empfindlich sobald ich “bio zuerst” höre oder auch nur vermute. Liegt daran, dass ich fünf Jahre in einem Umweltschutzverband gearbeitet habe und mich da mit einigen konservativen NaturschützerInnen herumschlagen musste. Außerdem wirkt bei mir noch das ganze “Rechte Ökologie” und die Diskussionen um “antiemazipatorische Tierrechte” (rund um Singer) aus Mitte der 1990er nach.
Ganz davon abgesehen, dass ich dazu neige mich virtuell zu streiten - mir wurde schon mal der “Titel” Rottweiler verliehen…
September 30th, 2009 um 09:33
Stöckchenwurf:”Weshalb trage ich grüne Mode?” | betterandgreen
[...] everydayislikesunday – Stöckchenwurf: Weshalb trägst du grüne Mode? [...]
Oktober 7th, 2009 um 08:15
Dagmar
Als erste Stöckchenwerferin muss ich mich jetzt mal begeistert ob der heftigen Diskussion zu Wort melden: Ihr habt ja beide recht! Es ist verdammt schwer, faire Bio-Klamotten herzustellen. Ich bin hier ja täglich live dabei. Eine eigene Abteilung haben wir bei hess dafür, die unsere Bio-Standards hoch hält und dabei nach fairer Produktion schaut. Im Grunde müssten wir ständig auf Kontrollreisen sein (da unterstützt uns übrigens die Fair Wear Foundation). Der erste Gang ist in die Toiletten… ob da nicht doch ein Kind reinverschwunden ist, das gerade eben noch an der Nähmaschine saß. Auch wenn der Chef unsere Anforderungen unterschrieben hat. Der Mensch hat es in sich. Die Gier nach Profit. Und die wird immer der Hauptgegner sein von ehrenwertem Tun. Aber dennoch würde ich nicht verzweifeln und jeden Tag weiter auf diesem Pfad wandeln. Den Bio-Baumwollanteil von 0,1% vom Weltmarkt wollen wir bei hessnatur zumindest erhöhen. Von unserer Seite auf jeden Fall auch fair. Es muss gehen. Also weiter drüber reden, bloggen, handeln.
Und für Euren Laden everyday´s like sunday: viel Erfolg und nicht aufgeben! Allein schon, weil es sich lohnt, für eine (und genau diese!) Vision zu leben.
Oktober 8th, 2009 um 08:04
Patrick Bolk
Schön, dass unser Beitrag hier zu einer regen Diskussion beigetragen hat, das freut uns! Und zeigt, dass es auch bei uns “Aufgeklärten” noch viel Diskussionsbedarf gibt. Ob bio oder fair “wichtiger” ist, vermag ich auch nicht zu beantworten, letztlich scheint doch der optimale Weg zu sein, das Produkte beide Kriterien erfüllen. Und da helfen wir alle auf unsere Weise irgendwie ein wenig mit - und das ist wichtig.
Letztlich sind wir dabei aber auch alle auf “den Konsumenten” angewiesen, der unser Angebot annimmt oder nicht. An unserem Beispiel: Wenn die Menschen im “alternativen” Kreuzberg mit Kinderwagen und Bioladentüte an unserem Laden vorbeilaufen, kurz ins Schaufenster gucken und dann TROTZDEM weiter laufen, dann besteht doch offensichtlich noch viel, viel Aufklärungsbedarf - und für uns bedeutet es vielleicht auch irgendwann wieder aufzugeben. Aber bis dahin geben wir unser bestes. Weil, Zitat Dagmar, “es sich lohnt, für eine (und genau diese!) Vision zu leben”.
Ein schönes Schlusswort. Und herzlichen Dank für alle unterstützenden Worte! Weiter geht’s!
Oktober 8th, 2009 um 14:51
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