Humana und der Nutzen.
Von fairliebt. am 11. Mrz. 2009
Das Unternehmen Humana sammelt in Industrienationen Altkleider und verkauft diese zu sehr günstigen Preisen in wirtschaftlich schwächer entwickelten Ländern.

Einen echten Nutzen könnte man in diesem auf Recycling basierenden Geschäftsmodell entdecken. Schliesslich schafft Humana es Abfall zu vermeiden und einem neuen Nutzen zuzuführen. Allerdings erscheint es mir nicht sehr angemessen Ländern, die direkt am Weltwirtschaftswachstum beteiligt sind, nur die Überbleibsel des Wohlstandes zu überlassen. Außerdem werden durch die sehr günstigen Textilien lokale Märkte in Afrika ruiniert und nachhaltiges Wirtschaftswachstum verhindert. Frei nach dem Motto: Ihr produziert zum Minimallohn für uns und wenn wir durch sind, bekommt ihr den Rest.
Detailliert nachlesen kann man die Humana Geschichte in diesem wirklich sehr guten
Jungle World Artikel.
Nun hat Humana einen Clip produziert, den ich euch an dieser Stelle vorenthalten möchte. Ich hab den Clip bei Kirsten Brodde entdeckt, die richtig anmerkt, dass die Bildsprache des Clips mit den gängigen Klischees über Afrika arbeitet und damit einmal mehr das Image des hilfsbedürftigen Kontinents zementiert, allerdings lässt sie den Leser im unklaren über das tatsächliche Geschäftsmodell, dass hinter Humana steckt.
Dann doch lieber Klamottentauschpartys und von vornherein richtig einkaufen. Damit spart man allen einiges.








3 Kommentare
zuendstoff
Das ist schon ein echtes Dilemma! Was machen mit den ollen Sachen? Auf jeden Fall finde ich es Mega-zynisch, dass die Leute dort unseren Müll tragen müssen, weil hier so viele Leute nich beriet ( oder in der Lage) sind einen fairen Preis zu zahlen. Noch schlimmer, wenn einem dann vermittelt werden soll, dass das Ganze eine ganz tolle Sache sei.
Das macht schon sehr gut deutlich, auf was für einer Logik unser Wirtschaftssytem beruht…
März 12th, 2009 um 13:57
gluecksstoff
Diese Problematik tauch ja regelmäßig immer wieder in den Medien auf. Zuletzt war das große Aufsehen, als man darüber berichtete, dass das Rote Kreuz die KLeidersammlung an private Unternehmen weiterverkauft, die diese dann in die ärmeren Ländern schippern und dort den heimischen Markt kaputt machen.
Seit meiner Zeit in einer Asylunterkunft bringen wir unsere Altkleider und auch Alltagsgegestände dort hin. Jeder hat irgendwo ein Asylbewerberheim in der Nähe. DOrt leben die Menschen mit sehr wenig Geld und sind auf die Spenden angewiesen. Und es wird verhindert, dass die Asylbewerber das wenige Geld das sie haben auch noch bei KIK und Co auszugeben. ;-)
März 12th, 2009 um 14:53
Claudia
Ich finde es schwierig. Eigentlich hat man ja ziemlich begrenzte Möglichkeiten, in Deutschland politisch korrekt Kleidung zu kaufen, oder? Wie viele Läden gibt es, wo man auf jeden Fall Baumwollsachen kauft, die nicht aus Ausbeutung stammen? Vielleicht bin ich aber zu wenig informiert. Oder die Shirts in China von Kindern genäht werden? Was tun, wenn man auch noch einen gewissen modischen Anspruch hat? Gebrauchte Kleidung bei ebay kaufen..?! ich finde es echt schwierig.
September 13th, 2010 um 22:32
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