korrektes Skateboardfahren
Von gruenewiese am 14. Jan. 2009
Als leidenschaftlicher Longboardfahrer bin ich ja echt froh, dass der Schnee bei uns wieder weg ist. Leider regnet es dafür nun pausenlos. Das neue Jahr ist schon 2 Wochen alt und ich bin noch nicht einmal über den Asphalt gesurft.
Bei uns im Laden hatte ich gerade ne Anfrage zu korrekten Skateboards/Longboards. Hier deshalb ein par Links für alle, die mit den vielleicht schon bald durch den Oil Crash verweisenden Straßen auch im Postölzeitalter noch etwas Anfangen können.
Street-Skateboards aus fsc-zertifiziertem Holz (Ahorn, Pappel-Kern) verstärkt mit Pflanzenfasermatten und geleimt mit einem kompostierbaren Epoxy-Harz auf Soja-Basis gibts von Comet Skateboards:

Wer mehr auf Cruisen (Videolink) oder Dancen (Videolink) und längere Brettern steht, wird bei Comet ebenfalls fündig. Mir gefallen da Fahrtechnisch allerdings die Bretter von Loaded besser. Das im zweiten Video gefahrene Brett ist das Dervish. Es ist aus Bambus, allerdings wurden für dieses Brett noch herkömmliches Epoxy-Harz und Glasfasermatten verwendet. Das neuste Brett aus dem Hause Loaded – das “Dancer” – ist dagegen mit Leinen-Fasermatten verstärkt und mit einem nicht-toxischen Epoxy-Harz verklebt. Und so schauts aus:

Einen feinen Tanz auf diesem Riesenbrett gibt es hier zu sehen.
Nicht unerwähnt bleiben soll auch das wohl älteste Öko-Skateboard-Brand Arbor. Neben Ahorn aus nachhaltiger Forstwirtschaft und Bambus kommen bei Arbor gecrushtes Altglas für das Grip und Riser aus recyceltem Kunststoff zum Einsatz. Bei Arbor bin ich allerdings etwas enttäuscht darüber, dass die ökologische Optimierung der Bekleidungslinie nicht wirklich vorankommt. Neben Bio-Baumwolle und Bambus gibts noch immer Sachen aus frischem Erdöl und konventioneller Baumwolle. Infos dazu, wo und unter welchen Bedingungen die Klamotten hergestellt werden, gibts auch nicht.
Zu guter letzt noch der Hinweis, dass es von Satori Movement seit einiger Zeit auch erdölfreie Skateboard-Rollen (Wheels) auf Pflanzenölbasis gibt. Hab die Rollen hierzulande allerdings noch nie gesehen.
Für das Postölzeitalter scheint der Rollbrettsport zumindest besser gerüstet als die meisten anderen Sportarten. Leider fristen diese positiven Ansätze allerdings ein ziemliches Nischendasein in einer sonst arg durchkommerzialisierten Szene, die sich nach Jahren des Abwehrkampfes nun sogar von Aushänge-Ausbeuter Nike hat erorbern lassen.






3 Kommentare
zuendstoff
Hey Lars,
Danke für die guten, fundierten Infos!
Beste nach Münster
Sascha
Januar 14th, 2009 um 14:06
Marco
Kollege, ohne jetzt zuviel Werbung für meinen eigenen Webshop machen zu wollen, aber Sector 9 und Ipath sind in Sachen bio/hachhaltige Skatewear bzw. Schuhe auch schon seit ein paar Jahren am Ball, äh Board. Leider gibt’s hier aber auch Defizite bzw. einfach keine große Info zur Produktion …
Gruß, Marco
Januar 19th, 2009 um 14:29
Lars
@Marco: das Ipath auch ein bißchen Bio machen, war mir wohl bekannt. Aber die Entwicklung da finde ich noch weit aus trauriger als bei Arbor und wollte zudem ja auch was über Bretter schreiben und nicht über Klamotten. Sector9 wiederum finde ich bei den Brettern sowohl ökologisch als auch konzeptionell nicht besonders innovativ.
Ein bißchen Bio-Klamotten macht inzwischen auch fast jedes Skateboard-Brand. Ich denke vor allem aus Sorge, dass kritische Konsumenten sonst zu ernsthaften Alternativen abwandern könnten. Zumal es in der Szene ja nicht mehr so ist, dass Skater nur Skater-Brands tragen.
Interessanter finde ich da schon satori movement und livity. Bei ersteren weiß ich auch nix über die sozialen Produktionsbedingungen, aber die machen wenigstens das ökologische Konsequent. Livity produziert dagegen laut eigenen Angaben nach fair trade Prinzipien und teilweise auch in Californien.
Januar 19th, 2009 um 15:09
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