Systemalternative: Konzept Gemeinwohl-Ökonomie

Von am 16. Nov. 2010


Die Gemeinwohl-Ökonomie ist ein Konzept für eine basisdemokratisch-gesteuerte und über den Kapitalismus hinausweisende Marktwirtschaft. Und das Beste: es kann direkt damit angefangen werden!

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(mit Einführungs-Video unten!)

Die Gemeinwohl-Ökonomie ist eine wirtschaftliche Systemalternative zu kapitalistischer Markt- und zentraler Planwirtschaft. Tendenziell ist sie eine Form der Marktwirtschaft, in der jedoch die Motiv- und Zielkoordinaten des (privaten) unternehmerischen Strebens „umgepolt“ werden – von Gewinnstreben und Konkurrenz auf Gemeinwohlstreben und Kooperation.

In der Gemeinwohl-Ökonomie wird nachhaltiges, solidarökonomisches und demokratisches Unternehmenshandeln begünstigt statt – wie es heute der Fall ist – systematisch benachteiligt. Zudem wird die Marktkonkurrenz als einer der Treiber von Wachstum und Kosteneinsparungen zulasten von Mensch und Umwelt ersetzt durch eine “Kooperative Marktplanung.”

Die solidarischen und nachhaltigen Verhaltensweisen werden gemessen („Gemeinwohl-Bilanz“) und belohnt, mit einer Fülle von Anreizen und „systemischen Aufschaukelungen“: das Marktstreben wird „ethisch umgepolt“.

Genau hier besteht gerade für nachhaltigkeitsorientierte Unternehmer_innen die Möglichkeit direkt anzufangen und sich in die Weiterentwicklung des Konzepts und seiner Teile einzubringen:

- durch die Aufstellung einer Gemeinwohl-Bilanz (ähnlich einem kompakten Nachhaltigkeitsbericht) und den Austausch der Erfahrungen mit anderen

- durch die Diskussion und Weiterentwicklung des vorgeschlagenenen wirtschaftlichen Rahmens in Unterstützer-Unternehmer_innen-Netzwerken

- durch die Unterstützung des Konzepts als Unternehmer_in auf der Projekt-Website

Unter den Erstunterstützer_innen ist mit der Göttin des Glücks auch eine Unternehmerin aus der öko-fairen Mode-Branche. Da der Initiator des Konzepts Christian Felber aus Österreich stammt, sind aus Deutschland noch nicht so viele Unternehmen vertreten. Neben uns aber z.b. auch Premium Cola, das supersympathische Cola-Kollektiv aus Hamburg (die haben jetzt auch ein tolles Bio-Bier!).

Auch für Nicht-Unternehmer_innen gibt es vielfältige Möglichkeiten zur Unterstützung des Konzepts!

Ein komplettes alternatives Wirtschaftssystem lässt sich nicht sinvoll in einem Blog-Eintrag erläutern. Im Video unten findet ihr eine kurze Einführung, ebenfalls sehr kompakt ist die Kurzzusammenfassung auf der Projekt-Website (www.gemeinwohl-oekonomie.org). Etwas ausführlicher aber für ein solches Vorhaben mit 160 Seiten immernoch sehr schnell und sprachlich auch sehr angenehm zu lesen ist das Buch zum Konzept.

Wir hoffen, dass sich noch mehr Unternehmer_innen aus der öko-fairen Modeszene der Gemeinwohl-Ökonomie anschließen. Die Gemeinwohl-Bilanz erscheint uns auch als sehr gutes Instrument um ein umfassendes, über den Verkauf von öko-fairen Produkten – und auch über den Kapitalismus – hinausweisendes Verständnis von nachhaltigem Wirtschaften zu kommunizieren.