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Hoody mit Fehler für sagenhafte 14,90 Euro

Von am 08. Dez. 2011


Hoody mit Brokatbünchen in blau, rot, silber oder grün…

Was passiert eigentlich mit Ware, bei der in der Produktion ein Fehler unterläuft? Wir haben uns lange den Kopf darüber zermartert. Schließlich ist es wenig nachhaltig, solche Produkte einfach nicht in den Verkauf zu bringen. Andererseits möchte man sich auch in der Öffentlichkeit nicht outen als jemand der fehlerhafte Ware anbietet. IndiaFling hat sich jetzt dennoch zu diesem Schritt entschieden. Schließlich passieren Fehler überall und wenn wir ehrlich kommunizieren, wo der Haken liegt, fühlen wir uns eigentlich auch gar nicht mehr so schlecht :-)

Daher gibt es ab sofort den Hoody Sita aus Fair Trade- und GOTS-zertifzierter Baumwolle mit Brokatmanschetten für 14,90 Euro zu kaufen. Leider können sich beim Waschen an der Känguruhtasche Löcher bilden. Das kann, muss aber nicht passieren. Und am Ende wird ein Loch bei einem schwarzen Pulli vermutlich wenig auffallen. Das Schnäppchen gibt es sofort bei IndiaFling zu bestellen.

 

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Endlich, unsere Taschen aus recycelten Saris sind da!

Von am 24. Nov. 2011


Im März hat Elena Euch an dieser Stelle regelmäßig aus Indien berichtet. Dort war sie mit der Entwicklung unserer neuen Accessoire- und Taschenkollektion aus recycelten Saris beschäftigt. Nächste Woche ist sie nun endlich hier, die neue Kollektion.

Ein durchschnittlicher Deutscher kauft 28 kg Kleidung pro Jahr. Dementsprechend entsorgt er jedes Jahr auch einen Großteil dieser Menge. Berge von Stoff landen auf dem Müll. Ökologische Textilien sind zwar weit verbreitet: aber reicht es bei diesen Zahlen noch, Textilien aus ökologischen Stoffen anzubieten? Oder ist nicht jedes neue Gramm Textil ein Gramm zu viel? Diese Gedanken habe wir uns bei der Entwicklung unserer neuen Accessoirekollektion gemacht. Und entschieden uns für Upcycling – den fortschrittlichen Bruder des Recycling.

Grundstoff der Taschen und Accessoires der neuen Kollektion ist recycelter Sari. Die alten Saris werden in Kalkutta von Frauen, die sonst kein Einkommen haben, bei Familien eingesammelt. Eine NGO vor Ort verarbeitet die Saris dann auf Handwebstühlen zu einem neuen, sehr robusten Stoff. Der Vintagelook dieses Stoffs wird durch eine natürliche Färbung mit schwarzem Tee unterstützt. Futter und Designelemente sind aus GOTS-Biobaumwolle. Genäht wird die Kollektion nach höchsten Qualitätsstandards in der NGO in Kalkutta unter fairen Handelsbedingungen.

Die Kollektion besticht durch klare Designlinien und ausgefallene Paisleymuster in poppigen Farben. Funktion war außerdem eine Vorgabe bei der Entwicklung. Daher verfügen die Taschen über ein durchdachtes Innenleben und sind teilweise in der Größe veränderbar. Recycling kann so schön sein! Alle neuen Teile findet Ihr in unserem Shop www.india-fling.de.

 

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Preiserhöhung bei IndiaFling ab 10. August :-(

Von am 28. Jul. 2011


Die gute Nachricht: Bis dahin könnt Ihr alle noch zum gewohnten Preis einkaufen :-)

Ruskin sagte einmal, dass es auf dieser Welt kaum etwas gäbe, das nicht irgend jemand ein wenig schlechter machen und etwas billiger verkaufen könne. Klingt fast, als hätte er an die Textilindustrie gedacht, als er sich zu dieser Äußerung hinreißen ließ.

Bei IndiaFling war es aber von Anfang an unser Ziel, Mode ein wenig besser zu machen und wenn sie vielleicht nicht billiger zu verkaufen, sie doch zu einem mehr als fairen Preis anzubieten. Leider müssen wir unsere Preispolitik nun etwas ändern, da wir seit diesem Jahr verstärkt mit dem Einzelhandel zusammenarbeiten, der rund 50 Prozent der Marge für sich einbehält. Zum 10. August werden wir daher unsere Preise (je nach Produkt) um 10 bis 15 Prozent erhöhen. Euch *unseren treuen Kunden und Lesern* möchten wir hiermit die Möglichkeit geben, vor der Erhöhung eine Bestellung zum gewohnten Preis aufzugeben!

Wir freuen uns auf Euren Besuch und danken für Euer Verständnis!
Viele Grüße, Euer IndiaFling-Team

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IndiaFling Reiseblog 2011, Teil 6 – Kalkutta und die ganze Story hinter der Tasche

Von am 21. Apr. 2011


Wie genau wird eigentlich die neue Taschenkollektion? Geschichten von Lumpensammlern, recyleten Saris, dem passenden GOTS-Stoff und der Jagd nach nickelfreiem Zubehör.

Kalkutta ist schon etwas anders als die anderen Städte die ich bisher in Indien kennen lernen durfte. Das Netz der öffentlichen Verkehrsmittel, zum Beispiel, ist ziemlich gut. Eigentlich kann man alles ganz gut mit Metro und Straßenbahn erreichen, so dass ich kaum noch Rikscha fahre. Das lustigste ist: die Straßenbahn heißt hier wie in München ‚Tram‘. Ein Freund meinte, dass das daran liegt, weil sie ein deutsches Exportprodukt nach Indien war. Weiß da jemand mehr?

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Foto: Tram in Kalkutta

Außerdem laufen in Kalkutta gar keine  Kühe auf der Straße rum. Auf jeden Fall habe ich bis jetzt keine gesehen. Bis jetzt habe ich auch keine Affen, Kamele, Bullen, Schweine oder Elefanten in der Stadt gesehen. Nur eine Ziege kam mir gestern in einer Seitenstraße entgegen.

Aber was macht denn eigentlich die Taschenkollektion?? Ja, die läuft gut! Die vier Modelle, welche ich schon in Deutschland entworfen habe, sehen toll aus und selbst Ashim, der Produzent, ist ganz begeistert von der Idee, den Oberstoff mit schwarzem Tee zu färben. Was mich natürlich ein wenig ehrt! Und natürlich: Danke Peter, du Genie!

Dann fasse ich jetzt mal die Entstehung unserer Taschen in Kurzform für euch zusammen:
Frauen, die sonst kein ordentliches Einkommen haben, gehen von Tür zu Tür und sammeln alte, gebrauchte, in unserem Fall ungefärbte, Saris ein. Diese sind in diesem Stadium Lupen. Nun werden diese Saris in der Fabrik von FairDeal in Streifen gerissen und ein neues hochwertiges und robustes Gewebe wird gefertigt. Also ein erstklassiges Endprodukt aus einem recycelten Rohstoff. Das ist nicht selbstverständlich. Selbst in Europa, wo die Recyclingtechnik relativ weit ausgebaut ist, werden Textilien in der Regel nur zu zweit- oder drittklassigen Produkten wiederverarbeitet. Zum Beispiel zu Reinigungslappen oder Dämmware.

Nachdem das Gewebe hergestellt ist, wird es nun  ein paar Stunden in schwarzem Tee gekocht. Zum großen Erstaunen ist die bräunliche Färbung nach dem Spülen auch noch richtig farb- und reibecht. Dieses Material dient also als Oberstoff.

Als Futterstoff werden wir nun GOTS-zertifizierte, natürlich gebleichte Baumwolle verwenden und diese bedrucken lassen. Unsere kleine Druckerei zahlt absolut faire Löhne und verfügt über eine effektive Abwasserreinigungsanlage, wie ich ja schon berichtet hatte. Und da einige von euch Bedenken geäußert haben: Wir werden kein „Discharge-Printing“ nutzen, da auch wir im Unklaren über die eingesetzten Chemikalien sind!

Meine Aufgabe für die letzten Tage ist es nun auch, alle Schnallen und ähnliches in nickelfreier Qualität zu beschaffen, so dass dann endlich aus all diesen Einzelheiten die „Super-Tasche“ entstehen kann! Natürlich unter fairen Bedingungen bei FairDeal zusammengenäht!

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Foto:Ashim bei derArbeit

Fair Deal ist eine NGO die verschiedene Handwerksrichtungen unter Ihrem Dach organisiert hat. Man kann von FairDeal zum Beispiel auch Holzspielzeuge für Kinder, Seiden- und Wollschals oder handgemachtes Papier kaufen. Ziel der Organisation ist es, dass die Handwerker einen fairen Lohn gezahlt bekommen und ihnen Arbeitsplatzsicherheit zu gewährleisten. Die Gewinne der Organisation werden dafür verwendet, die Fähigkeiten der Handwerker durch Workshops auszubauen, sowie soziale Projekte in den Bereichen Schulbildung von benachteiligten Kindern,  Gesundheitswesen, Frauenhilfe und Umweltschutz zu unterstützen.

Jo, so sieht’s aus!

Morgen  fliege ich dann wieder Richtung München und freue mich sehr! Indien war ein wirklich spannendes Abenteuer. Ich habe viel gelernt, gesehen, gerochen und auch gefühlt, was ich nie wieder vergessen werde – doch nun freue ich mich sehr auf die Geborgenheit meiner Familie und Freunde, ich freue mich auf Ostern, aufs Eier Sammeln und Schokolade Essen, so ganz normal eben! Ich freue mich auf meinen kleinen Hund, der nie einem indischen Straßenhund begegnet ist und auch irgendwie wie eine andere Spezies wirkt und ich freue mich auf meinen Freund, den ich so unbeschreiblich vermisse!

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IndiaFling Reiseblog 2011, Teil 5 – Endlich in Kalkutta!

Von am 07. Apr. 2011


Nach einer Reise mit Hindernissen nach Kalkutta arbeite ich dort nun endlich an der neuen Taschenkollektion.

Nach beschwerlicher Anreise bin ich jetzt also heil in Kalkutta angekommen. Warum beschwerlich? Nun ja. Pünktlich wie wir Deutschen ja meistens sind, fahre ich am Sonntag um 15 Uhr zur Varanasi Main Junction. Mein Zug sollte um 16.25 Uhr abfahren. So blieb mir mit Stau noch kurze Zeit zum Essen. Jedoch kam dann alles anders als geplant. Mein Zug sollte eine Stunde Verspätung haben. Also setzte ich mich gemütlich mit einer Schale Melonenstückchen in die Sonne, ignorierte die neugierigen Blicke gekonnt und las mein Buch – aus dem Nichts kam dann plötzlich der Megaregenschauer auf!

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Foto: Varanasi Junction bei Regen

Es brach aus Kübeln über Varanasi herein mit Blitz, Donner und sturmartigen Windböen. Alles (und in Indien ist „alles“ mehr als anderswo) versuchte sich vergeblich unter dem schmalen Wellblechdach des Bahnsteiges zu retten! So schnell der Regen gekommen war, so schnell verschwand er auch wieder –  hinterließ aber das absolute Chaos! Das Wasser stand im gesamten Bahnhof höher als die Sohle meiner FlipFlops ist und in der Sonne Melone essen war vorbei! Zudem fielen alle elektrischen Anzeigen aus und niemand wusste mehr wann und wo der Doon Express (mein Zug) eintreffen würde. Nur eins war relativ sicher: Nicht mehr an Gleis 8!! Also rannte ich circa drei Stunden klitschnass mit meinem Riesenrucksack und zwei Taschen von Gleis zu Gleis, um dann, irgendwann, von Mücken drangsaliert, an Gleis 6 in den Doon Express zu steigen. Von jetzt an musste ich also nur noch 14 Stunden zwischen vier schnarchenden Männern, jeder Menge Kakerlaken und einem Mundharmonikaspieler im Nebenabteil ausharren, um endlich in Kalkutta anzukommen.

Nur zur Info: Eigentlich habe ich die absolute Sechstaner-Blase! Ich bin der festen Überzeugung, dass ich auf meinem Berlintrip im Sommer 2005 mehr Geld für Toilettenbesuche ausgegeben habe, als für meine Unterkunft! An alle die mich kennen: Ich war von Sonntag 15 Uhr bis Montag Mittag um 12 Uhr ein einziges Mal!

Doch es hat sich absolut gelohnt!

Erstens ist Kalkutta entgegen meiner Erwartungen echt angenehm und zweitens konnte ich endlich Ashim treffen. Ashim ist der Verwalter der NGO, die unsere Taschen fertigt, und wirklich sehr nett und zuvorkommend. Stundenlang brüten wir beiden jetzt nicht mehr nur am Telefon über der IndiaFling-Taschenkollektion, sondern auch ganz in Echt nebeneinander in einem Büro voller Mücken. Nach unserer gestrigen Sitzung habe ich ungefähr 25 Stiche mehr, aber dafür ist unsere Kollektion auch um so manche Überraschung reicher!

Und jetzt sagt ihr doch mal: Was haltet ihr denn von einem kleinen IndiaFling- Make-up-Täschchen? So fürs Bad, in welchem sich Puder, Kajal, Lipgloss und Tagescreme zuhause fühlen? Steffi und ich sind da ja geteilter Meinung.
Am Samstag werden wir zum Markt fahren, um nach ein paar Ideen in Richtung Gürtelschnallen zu sammeln. Ich bin sehr gespannt!

Genauso wie ich gespannt bin auf die Samples der GOTS Stoffe, die in den nächsten Tagen bei mir eintrudeln müssten. Meine Recherche war nämlich schon relativ erfolgreich, finde ich: Drei verschiedene Produzenten haben ihre Proben schon losgeschickt und an einem weiteren bin ich dran.

Also, Leute! Bitte weiter Daumen drücken!

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IndiaFling Reiseblog 2011, Teil 4 – Arbeitende Kinder und die verflixte Suche nach dem GOTS-Stoff

Von am 01. Apr. 2011


In Varanasi bringe ich Kindern Mathe bei, beschäftige mich mit der unendlichen Suche nach dem geeigneten GOTS-Stoff und lasse mich beim Yoga malträtieren.

Heute ist der 1. April, aber anscheinend kennt der Inder keinen Aprilscherz… ein wenig vermisse ich die lustigen Geschichten deutscher Zeitungen, aber ich habe mich am Ende trotzdem nicht dazu hinreißen lassen, einem Inder einen Streich zu spielen.

Statt dessen sitze ich im Büro unseres Brokatlieferanten, der mir netterweise einen Arbeitsplatz zur Verfügung gestellt hat, und arbeite die GOTS-Liste für organic cotton producer durch.

Mein Leben wäre gerade soviel einfacher, hätten die GOTS-Leute Email und Telefonnummer hinzugefügt. Statt dessen kämpfe ich mich durch das worldwideweb und verpasse sogar meine dritte Yogastunde.

Drückt mir bitte die Daumen, dass ich den passenden Hersteller finde! :-)

Yoga macht mir sehr viel Freude und ich spüre schon, wie es meinen Körper strafft. Jedoch ist mein Lehrer sehr streng. So wirkt der Ganges auf meinen Geist sehr viel beruhigender, als meine Yogastunden.

Im gleichen Haus, wo auch meine Yogastunden stattfinden, befindet sich auch das Education Centre, das IndiaFling unterstützt. Am Mittwoch durfte ich den Kindern ein wenig Matheunterricht geben, zweistelliges subtrahieren, und Hausaufgaben kontrollieren. Die Kinder waren natürlich super lieb und aufmerksam, da ich neu war.

Jedoch hat dieses Erlebnis mich nicht nur aus Freude zu Tränen gerührt. Die meisten  dieser Kinder hatten tiefe Augenränder, da sie viel und hart arbeiten. Ihr Alter liegt zwischen 5 und 14 Jahren. Manche arbeiten in Webereien, andere nähen Saris oder sie helfen in besser gestellten Haushalten bei der Arbeit. Ich konnte erst gar nicht fassen, dass man einem Fünfjährigen überhaupt beibringen kann, einer Arbeit nach zu gehen, besonders, wenn ich dabei an meinen kleinen Bruder denke.

Obwohl Kinderarbeit in Indien verboten ist, wird es selten angezeigt, da allen bewusst ist, dass viele Familien ihren Lebensunterhalt nur mit Hilfe ihrer Kinder erwirtschaften können.

Zum Glück gibt es Fair Trade und hoffentlich verbreitet sich dieser Standard schnell!

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Foto: Die Kinder im Saraswati Education Centre beim Mittagessen.

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IndiaFling Reiseblog 2011, Teil 3 – Mangos und Taj Mahal

Von am 29. Mrz. 2011


Am Wochenede verschlug es mich wie einen guten Tourist zum Taj Mahal.

Habt ihr schon mal Mangos gegessen? Ich meine echte Mangos. Die schmecken ganz anders, als ich immer dachte. Ich glaube, dass ganz Deutschland einen völlig falschen Eindruck von Mangos hat.

Mangos stehen ab heute ganz oben auf meiner indischen Speisekarte!!

Neben Mangos habe ich in diesen Tagen den Taj Mahal erkundet. Das wollte ich mir auf meiner Reise durch Indien natürlich nicht entgehen lassen. Zum Glück, denn es ist wirklich umwerfend und unglaublich schön. Man kann sagen, es ist perfekt bis ins kleinste Detail.

Für gerade mal Rs. 100 (weniger als 2 Euro)  bekam ich dann wohl den bestimmtesten und schnellsten Touristenführer, der – das muss man ihm lassen – mir die Geschichte des Taj Mahal  in sehr gut verständlichem Englisch erzählte. In rasender Geschwindigkeit drängelte er uns vorbei an allen Warteschlangen (er kannte jeden Securitymenschen!), wir sind durch Ausgänge rein und durch Eingänge rausgegangen und zwischendurch machte er ungefähr 20 Fotos von mir, für die er mich sehr  bestimmt und ungeduldig in Position stellte. Ich bin gar kein Fotomensch, aber dieser Touristenführer duldete keine Widerworte. Jetzt fragt ihr euch bestimmt warum ich das mitgemacht habe? Naja, die Fotos sind total super geworden!!!

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Foto: Auszug meines Taj Mahal-Fotoshoots

Am Tag darauf wollte ich dann kaum aus meinem Bett aufstehen. Mir graute es, einen ganzen Tag in der sengenden Hitze Agras zu verbringen. Ich musste nämlich um 12 mein Zimmer räumen, um dann erst am Abend mit dem Nachtexpress nach Varanasi zu fahren.

Mir graute es nicht nur vor der Hitze, sondern Indien fing an, mich zu nerven. Dieses ewige „Madam“ hier und „Madam“ dort und das unaufhörliche Hupen. Warum hupen die Inder eigentlich immer? Ich mein, was soll das denn bringen? Kein Stau der Welt löst sich auf, nur weil alle immer hupen.  Und das System, zu hupen, wenn ich geradeaus fahren will, finde ich auch bescheiden. Da ist mir doch das europäische, geräuschlose Blinken, wenn ich abbiegen will, tausend mal lieber.

Aber kaum war ich so richtig genervt, fand ich meine persönliche Chill-out-Area: Agra Fort.

Abgelegen und lärmgeschützt hinter mächtigen roten Sandsteinmauern lag mein Paradies. Zwar wollten manche ein Foto mit der komischen, einsamen Blondine machen, aber ansonsten konnte ich den Sonntag ruhig im Gras liegen und Eichhörnchen beim Mitchillen beobachten! Und diesmal habe ich mir ganz bestimmt keinen Touristenführer angelacht.

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Foto: Eichhörnchen beim Mitchillen.

Gestern bin ich dann in Varanasi angekommen und wurde ganz herzlich von Ravi empfangen. Ravi ist unser Zulieferer für den handgewebten Brokat, den wir für unsere Applikationen verwenden und für die wunderschönen IndiaFling-Schals.

Dieses Mal informiert er mich über die Druckmöglichkeiten in Varanasi. So habe ich heute Nachmittag einen Schnellkurs in Screenprinting und Dischargeprinting bekommen. Außerdem habe ich mich durch sämtliche Designbücher gewühlt, um den schönsten Paisley zu finden. Die besondere Schwierigkeit liegt darin, dass ich nicht den schönsten Paisley in meinen Augen suche, sondern den schönsten Paisley in Stefanies Augen und da sind wir uns manchmal noch nicht ganz einig.

Was sind eigentlich „Screenprinting“ und „discharge printing“?

Der Ausdruck Screenprinting beschreibt einen Druckprozess, für welchen das Muster zunächst per Hand gezeichnet wird und dann auf einen Polyesterfilm geprägt wird, welcher in einen Rahmen gespannt wird. Dieser Polyesterfilm ist an den Stellen porös, an welchen die Farbe den Film durchdringen soll. Das bedeutet, dass ich für jede separate Farbe von einem Muster einen separaten Filmrahmen brauche.
Das Muster wird dann Farbschicht für Farbschicht auf die textile Fläche aufgebracht.

„Discharge printing“ ist eine Unterart des Screenprintings. Es wird angewendet für textile Flächen deren Grundton dunkler ist, als das Muster welches später aufgebraucht werden soll. Hierfür muss die vorhandene Farbe erst entfärbt werden, an genau den Stellen, an welchen später das Muster entstehen soll.

Was bedeutet das alles für IndiaFling? Zunächst einmal hat mich die Druckerei hier in Varanasi sehr positiv überrascht, da sie über eine Abwasserreinigungsanlage verfügt, was alles andere als selbstverständlich ist. In dieser Abwasserreinigungsanlage wird zunächst der Chemikaliengehalt reduziert. Darauf folgt eine Filtration durch Aktivkohle. Diesen Prozess detaillierter zu erklären, würde hier ein bisschen weit gehen. Jedoch kann ich euch versichern, dass dies hier genauso geschieht, wie ich es in der Uni gelernt habe.

Das ist natürlich ein riesiger Pluspunkt für diese Druckerei, da sauberes Grundwasser für alle für die Basis jeder Fairness ist. Die zehn Arbeiter verdienen hier übrigens 10.000 Rupien im Monat, was weit über dem Mindestlohn von ca. 6.000 Rupien in diesem Bereich in Uttar Pradesh liegt, und arbeiten sieben bis acht Stunden am Tag.

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IndiaFling Reiseblog 2011 – Teil 2

Von am 26. Mrz. 2011


Die erste Etappe führt mich zu Blockprintern nach Jaipur.

Endlich bin ich in Indien! Ein erleichterndes Gefühl, den Sprung ins kalte Wasser getan zu haben und dann auch noch zu merken, dass es ziemlich warm ist: Der Unterschied München-Delhi – wohl der krasseste ist, den ich je erleben durfte.

Meine Mutter fand ja, dass ich zunehmen sollte, bevor ich fliege, denn: Man weiß ja nie! Aber das übernehme ich jetzt einfach hier, da das Essen wahnsinnig gut ist. Auch sind die Leute furchtbar nett. Auf der Straße laufen unglaublich viele Männer rum und als Bekleiderin muss ich sagen: die Frauen sehen wahnsinnig schön aus. Der indische Stil ist einfach sehr feminin, mit seinen geschwungenen und floralen Mustern auf glänzender Seide in kräftigen Farben (kanzerogene Azofarben scheinen hier niemanden den Schlaf zu rauben).

Aber noch mal zum Männerüberschuss: Ich habe in der „ZEIT“ gelesen, dass Unternehmen unter weiblicher Führung besser aufgestellt sind, als die unter männlicher Führung! Also ein gutes Zeitzeichen für IndiaFling.

Nun aber zu dem, was ich hier tue: Nach einem Tag Eingewöhnung bin ich von Delhi nach Jaipur gefahren, um mich dort um das Futtermaterial unserer Taschen zu kümmern. Bei der Auswahl des Futterstoffes beschäftigen mich Fragen wie Screenprinting oder Blockprinting, welches Druckdesign, und nehmen wir Biobaumwolle mit herkömmlichen Drucken oder herkömmliche Stoffe mit Pflanzendruck? Biobaumwolle mit Pflanzendruck würde natürlich ultimativ zu unserem Obermaterial aus recycelten Baumwollsaris passen, welches ja mit schwarzem Tee gefärbt wird, aber leider stehen zwischen uns und dieser Optimallösung noch einige logistische Hürden. Aber wir geben alles!

Am meisten überzeugt hat mich bisher eine traditionelle Blockdruckerei außerhalb Jaipurs. Dort wird die Farbe aus verschiedenen Samen, Früchten, Baumrinden und Blüten gewonnen. Die Muster sind wunderschön, die Arbeitsbedingungen gut und die Arbeitsweise faszinierend. In anmutiger Ruhe bringen die Frauen Farbschicht für Farbschicht mit Holzstempeln das Muster auf die Baumwolle. Am Ende entsteht so unter Einsatz vieler verschiedener Stempel ein flächendeckendes Muster, das vom ursprünglichen Stoff kein Fitzelchen mehr erkennen lässt.

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Also fahre ich von hier nach dort, mal mit dem Taxi, dem Motorrad oder einfach per Rikscha, um den schönsten, fairsten und ökologischsten Futterstoff zu finden. Auf meinem Weg begegnen mir Elefanten, Affen, Schweine, jede Menge Kühe, streunende Hunde, neben all den Kindern und den Frauen in ihren farbenfrohen Gewändern, welche mich in jedem Moment aufs Neue inspirieren.

Morgen werde ich mich mit Umweg über den Taj Mahal auf den Weg nach Varanasi machen, um auch dort neue Ideen zu sammeln und um die Schule zu besuchen, die IndiaFling dort unterstützt.

Ich bin wahnsinnig gespannt, welche Überraschungen dieser Abschnitt meiner Reise beinhaltet und freue mich, wenn Ihr weiter mitlest!

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Das Schönste, was ich heute gesehen habe: Ein Wasserschloss am Rande von Jaipur.

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IndiaFling Reiseblog 2011

Von am 21. Mrz. 2011


IndiaFling fliegt wieder gen Indien. Wie im letzten Jahr würden wir uns freuen, wenn Ihr uns in den nächsten vier Wochen auf dieser spannenden Reise begleitet.

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Nach etwas über einem Jahr ist es wieder soweit… eine Indien-Produktionsreise steht ins Haus. Leider fahre ich diesmal nicht selber. An meiner statt reist die beste Praktikantin der Welt nach Delhi, Jaipur, Varanasi und Kalkutta. Elena kennt der eine oder andere vielleicht schon von unserer Webseite oder unseren Flyern, da ich sie letztes Jahr schon mal als Model einsetzen durfte.

Elena wird Euch also in den nächsten vier Wochen von ihrer Reise in Indien berichten. Besonders spannend wird es bestimmt, weil sie noch nie in Indien war und ich bin mir sicher, dass ihr dabei ganz andere Dinge auffallen werden, als mir heute. Schließlich mutet Indien beim ersten Besuch meist an, wie ein anderer Planet.

Ziel der Reise ist neben Elenas Bachelor-Arbeit der Start einer neuen Taschenkollektion mit einem Hersteller in Kalkutta. Diese entsteht hauptsächlich aus recycleten Saris. Frauen ohne Auskommen sammeln alte Saris, indem sie von Tür zu Tür gehen und für einen Sari der Besitzerin ein paar Rupien bezahlen. Diese alten, ungefärbten Saris werden dann im Workshop unseres Herstellers (ein Mitglied der International Fair Trade Organisation) in Streifen gerissen und dort auf Handwebstühlen zu neuem Stoff gewoben. Der gleiche Hersteller bastelt aus diesem neuen-alten Stoff dann eine komplett neue Tasche. Aber dazu will ich jetzt erst mal gar nicht zu viel verraten :-) In Jaipur und Varanasi wird Elena sich außerdem vorher mit der Beschaffung des Futterstoffs auseinandersetzen, einen potentiellen neuen Klamottenhersteller besuchen und im Saraswati Education Centre vorbeischauen, das wir unterstützen.

Mitverfolgen könnt Ihr diese Reise ab sofort bei Korrekte Klamotten! Und wenn hier in Zukunft Ich steht, dann bin das nicht ich, sondern Elena.

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Klimasparbuch mit vielen Infos und massig Gutscheinen

Von am 11. Jan. 2011


Ein Buch voller Infos zum klimafreundlichen Leben in der eigenen Stadt. Und dazu jede Menge Gutscheine.

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Das Klimasparbuch ist eine super Investition für alle, die in München, Frankfurt oder Bremen leben. Habe für München jedenfalls schon einige spannende Infos entdeckt. Bestellen könnt Ihr die Klimasparbücher für 6,90 Euro entweder hier. Oder Ihr bestellt mit einer Müncher Lieferadresse bei IndiaFling und bekommt das Klimasparbuch München dazu geschenkt.

Und hier die ganzen Infos zum Klimasparbuch (Quelle: http://www.oekom-verein.de/index.php?id=873)

Klimasparbuch München

Das Klimasparbuch München geht nach einem erfolgreichen Start in die zweite Runde: viele neue Klimatipps helfen den Münchnerinnen und Münchnern für ein klimafreundliches Leben in der Landeshauptstadt. Ob Gutscheine für gratis Biobrot, kostenlose Beratung zu ethisch-ökologischer Altersvorsorge, Rabatte auf Naturfarben oder auf Klimaworkshops für Kinder – für jede Lebenslage und für jedes Alter ist etwas dabei.

Herausgeber
Die Stadt München hat zusammen mit Akteuren aus Wirtschaft, Wissenschaft, Politik und Gesellschaft das Bündnis »München für Klimaschutz« ins Leben gerufen. Ziel ist es, die CO2-Emissionen bis zum Jahr 2030 um 50 Prozent gegenüber 1990 zu senken. Das Klimasparbuch München ist ein Projekt dieses Bündnisses und wurde vom Münchner oekom e.V. konzipiert und gestaltet.

Ausgezeichnet
Das Münchner Klimasparbuch 2010 erhielt am 10. Oktober 2009 den dritten Preis in der Kategorie „Einzelprojekte für den Klimaschutz“ des Agenda-Wettbewerbs 2009, der vom Bayerischen Ministerium für Umwelt und Gesundheit unter dem Motto „Gemeinsam für den Klimaschutz“ durchgeführt wurde.

Stimmen zum Klimasparbuch
„Die im ‚Klimasparbuch München’ zusammengestellten Tipps für den Alltag können im Kleinen den klimaschädlichen Kohlendioxidausstoß senken helfen (…). Der Clou des kleinen Buches aber sind die darin enthaltenen Gutscheine, die ökologisch sinnvolles Verhalten (…) mit Rabatten und Startguthaben belohnen.“
Süddeutsche Zeitung

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Wir sind ungefähr so groß: ּ. Genau, winzig. Trotzdem wollen wir, wie Gandhi so schön sagte, Teil der Veränderung sein, die wir uns für diese Welt wünschen. Und weil wir es genau wissen wollen, importieren wir unsere Kollektion selber direkt aus Indien.