IndiaFling Reiseblog 2011 – Teil 2

Von am 26. Mrz. 2011


Die erste Etappe führt mich zu Blockprintern nach Jaipur.

Endlich bin ich in Indien! Ein erleichterndes Gefühl, den Sprung ins kalte Wasser getan zu haben und dann auch noch zu merken, dass es ziemlich warm ist: Der Unterschied München-Delhi – wohl der krasseste ist, den ich je erleben durfte.

Meine Mutter fand ja, dass ich zunehmen sollte, bevor ich fliege, denn: Man weiß ja nie! Aber das übernehme ich jetzt einfach hier, da das Essen wahnsinnig gut ist. Auch sind die Leute furchtbar nett. Auf der Straße laufen unglaublich viele Männer rum und als Bekleiderin muss ich sagen: die Frauen sehen wahnsinnig schön aus. Der indische Stil ist einfach sehr feminin, mit seinen geschwungenen und floralen Mustern auf glänzender Seide in kräftigen Farben (kanzerogene Azofarben scheinen hier niemanden den Schlaf zu rauben).

Aber noch mal zum Männerüberschuss: Ich habe in der „ZEIT“ gelesen, dass Unternehmen unter weiblicher Führung besser aufgestellt sind, als die unter männlicher Führung! Also ein gutes Zeitzeichen für IndiaFling.

Nun aber zu dem, was ich hier tue: Nach einem Tag Eingewöhnung bin ich von Delhi nach Jaipur gefahren, um mich dort um das Futtermaterial unserer Taschen zu kümmern. Bei der Auswahl des Futterstoffes beschäftigen mich Fragen wie Screenprinting oder Blockprinting, welches Druckdesign, und nehmen wir Biobaumwolle mit herkömmlichen Drucken oder herkömmliche Stoffe mit Pflanzendruck? Biobaumwolle mit Pflanzendruck würde natürlich ultimativ zu unserem Obermaterial aus recycelten Baumwollsaris passen, welches ja mit schwarzem Tee gefärbt wird, aber leider stehen zwischen uns und dieser Optimallösung noch einige logistische Hürden. Aber wir geben alles!

Am meisten überzeugt hat mich bisher eine traditionelle Blockdruckerei außerhalb Jaipurs. Dort wird die Farbe aus verschiedenen Samen, Früchten, Baumrinden und Blüten gewonnen. Die Muster sind wunderschön, die Arbeitsbedingungen gut und die Arbeitsweise faszinierend. In anmutiger Ruhe bringen die Frauen Farbschicht für Farbschicht mit Holzstempeln das Muster auf die Baumwolle. Am Ende entsteht so unter Einsatz vieler verschiedener Stempel ein flächendeckendes Muster, das vom ursprünglichen Stoff kein Fitzelchen mehr erkennen lässt.

blockprinterin

Also fahre ich von hier nach dort, mal mit dem Taxi, dem Motorrad oder einfach per Rikscha, um den schönsten, fairsten und ökologischsten Futterstoff zu finden. Auf meinem Weg begegnen mir Elefanten, Affen, Schweine, jede Menge Kühe, streunende Hunde, neben all den Kindern und den Frauen in ihren farbenfrohen Gewändern, welche mich in jedem Moment aufs Neue inspirieren.

Morgen werde ich mich mit Umweg über den Taj Mahal auf den Weg nach Varanasi machen, um auch dort neue Ideen zu sammeln und um die Schule zu besuchen, die IndiaFling dort unterstützt.

Ich bin wahnsinnig gespannt, welche Überraschungen dieser Abschnitt meiner Reise beinhaltet und freue mich, wenn Ihr weiter mitlest!

bild2

Das Schönste, was ich heute gesehen habe: Ein Wasserschloss am Rande von Jaipur.

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