IndiaFling Reiseblog 2011, Teil 4 – Arbeitende Kinder und die verflixte Suche nach dem GOTS-Stoff

Von am 01. Apr. 2011


In Varanasi bringe ich Kindern Mathe bei, beschäftige mich mit der unendlichen Suche nach dem geeigneten GOTS-Stoff und lasse mich beim Yoga malträtieren.

Heute ist der 1. April, aber anscheinend kennt der Inder keinen Aprilscherz… ein wenig vermisse ich die lustigen Geschichten deutscher Zeitungen, aber ich habe mich am Ende trotzdem nicht dazu hinreißen lassen, einem Inder einen Streich zu spielen.

Statt dessen sitze ich im Büro unseres Brokatlieferanten, der mir netterweise einen Arbeitsplatz zur Verfügung gestellt hat, und arbeite die GOTS-Liste für organic cotton producer durch.

Mein Leben wäre gerade soviel einfacher, hätten die GOTS-Leute Email und Telefonnummer hinzugefügt. Statt dessen kämpfe ich mich durch das worldwideweb und verpasse sogar meine dritte Yogastunde.

Drückt mir bitte die Daumen, dass ich den passenden Hersteller finde! :-)

Yoga macht mir sehr viel Freude und ich spüre schon, wie es meinen Körper strafft. Jedoch ist mein Lehrer sehr streng. So wirkt der Ganges auf meinen Geist sehr viel beruhigender, als meine Yogastunden.

Im gleichen Haus, wo auch meine Yogastunden stattfinden, befindet sich auch das Education Centre, das IndiaFling unterstützt. Am Mittwoch durfte ich den Kindern ein wenig Matheunterricht geben, zweistelliges subtrahieren, und Hausaufgaben kontrollieren. Die Kinder waren natürlich super lieb und aufmerksam, da ich neu war.

Jedoch hat dieses Erlebnis mich nicht nur aus Freude zu Tränen gerührt. Die meisten  dieser Kinder hatten tiefe Augenränder, da sie viel und hart arbeiten. Ihr Alter liegt zwischen 5 und 14 Jahren. Manche arbeiten in Webereien, andere nähen Saris oder sie helfen in besser gestellten Haushalten bei der Arbeit. Ich konnte erst gar nicht fassen, dass man einem Fünfjährigen überhaupt beibringen kann, einer Arbeit nach zu gehen, besonders, wenn ich dabei an meinen kleinen Bruder denke.

Obwohl Kinderarbeit in Indien verboten ist, wird es selten angezeigt, da allen bewusst ist, dass viele Familien ihren Lebensunterhalt nur mit Hilfe ihrer Kinder erwirtschaften können.

Zum Glück gibt es Fair Trade und hoffentlich verbreitet sich dieser Standard schnell!

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Foto: Die Kinder im Saraswati Education Centre beim Mittagessen.

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