Hey silker – leave us worms alone
Von Lebenskleidung am 01. Dez. 2009
Seide bringt um. Nämlich 15.000 Seidenraupen pro Meter gewebten Stoff. Gibt es Alternativen? Ja, gibt es.
Wow. Unser erster Post. Und dann gleich ein Titel der keine Wünsche offen lässt :)
Aber ist die wunderschöne Seidenraupe hier nicht schützenswert?

Naja, es gibt schönere Tiere. Aber wusstet ihr, dass man für ein Gramm gewebter Seide 15 der kleinen Freunde hier killen muss, d.h. für einen Meter Seide sage und schreibe 15.000 Raupen?! Um an das Seidengarn ranzukommen werden die Raupen meistens lebendig in ihren Kokons gekocht, um dieselben aufzubrechen.
Gibt es Alternativen? Ja, gibt es. Nämlich Ahimsa Seide, auch nicht-gewalt Seide (non-violent silk) genannt. Für diese Art von Seide werden die Kokons in Ruhe gelassen, bis aus der hässlichen Raupe nach ca. 10 Tagen eine noch hässlichere Seidenmotte schlüpfen und gen indischem Nachthimmel fliegen kann.


Erst dann wird mit der Verarbeitung der Kokons begonnen. Die Seidenfäden sind dann zwar kürzer aber es gibt kein Massentöten. Vor allem Jains (eines der Grundprinzipien der Jain Religion ist die Gewaltlosigkeit gegenüber allen Lebewesen), können somit unbesogt einen Silk Sari tragen.
Falls Ihr nicht-gewaltättig meditieren möchtet, ist vielleicht der Meditationsschal hier für euch interessant.
Say no to violence. Save the silk worm.








14 Kommentare
Björn Hens
Gut, dass es mal angesprochen wird! :) Man erntet was man säht! Nein zu jeglicher Gewalt und Ausbeutung!!!
Dezember 1st, 2009 um 14:11
Lebenskleidung
“Wer andre Wesen quält, die auch nach Wohlsein streben, so wie er selbst, der hat kein Glück im nächsten Leben.
Wer andre Wesen schont, die auch nach Wohlsein streben, so wie er selbst, der findet Glück im nächsten Leben.”
Dhammapada, 3. Jahrhundert v. Chr.
Karmakonsum :)
Dezember 1st, 2009 um 14:39
treches
ist nicht-gewalt seide denn vegan??
Dezember 1st, 2009 um 23:32
Lebenskleidung
Hey treches,
wenn man Veganismus als Ablehnung jeglicher Gewalt und Ausbeutung gegen und von Lebewesen deutet, ja. Denn man beutet die Raupe ja nicht aus, wenn man ihr den Kokon nimmt, nachdem Sie zur Motte geworden ist :)
Ahimsa bedeutet nicht-intendierte Gewalt gegen Lebewesen. Himsa das Gegenteil.
Wie man es im Endeffekt auslegt kommt natürlich auf jeden einzelnen an. Wer stellt die Regeln auf? Ich denke es geht um die Gewaltminimierung. Denn der Idealfall für jeden Veganer wäre auch, das vom Baum abfallende Obst zu essen. Trotzdem pflücken wir Obst. Im Gegensatz zum Schlachten eines Schweins relativert sich die Gewalt des Plfückens allerdings sehr.
Gleiches gilt meiner Meinung nach für Ahimsa Seide.
Dezember 2nd, 2009 um 11:29
Björn Hens
Toll gesagt! :) Wir sind da ganz deiner Meinung!!! Endlich gibts hier mal etwas Rückenwind für die gute Sache! ;)
Dezember 2nd, 2009 um 11:35
M.
Wobei der Mensch ja auch ganz gut komplett ohne Seide auskommt :)
Dezember 2nd, 2009 um 12:29
Björn Hens
Mensch kommt ohne vieles aus. Und dennoch haben wir Handy, Laptop, Outdoor-Kleidung oder Schokonüsse. Der/die eine will halt gewaltfreie Seidenbettwäsche, der/die andere lieber Biobaumwoll-Shirts. ;) Tolerierbar? :) Zumal die gewaltfreie Seide evtl. sogar ökologischer ist, als Biobaumwolle, die extra angebaut werden muss. Wer weiß?! ;) Wir sind allerdings fürs erste zufrieden mit unserer Biobaumwolle. :)
Dezember 2nd, 2009 um 13:18
Ben@Lebenskleidung
Well. Ich find es einfach krass wieviele Raupen draufgehen. China produziert pro Jahr 60.000 Tonnen Seide, Indien “nur” etwa 16.000 Tonnen. Ich war schon immer schlecht in Mathe aber wenn für ein Gramm 15 Würmer gekocht werden, sind das für 76.000 Tonnen = 1,14 Billionen Raupen also über Tausend Milliarden und das pro Jahr!! Es gibt sicherlich dringlichere Probleme als die Rettung der Seidenraupe aber wenn man Sachen mit Seide produziert, sollte man sehen, dass es auch Alternativen gibt.
Dezember 2nd, 2009 um 17:27
M.
“Tolerierbar?” Mal sehen.
Dezember 2nd, 2009 um 19:17
L
Aber es hört sich auch nicht gesund an, dass jedes Jahre ein paar Milliarden gezüchteter Seidenmotten in das Ökosystem gelangen sollen.
Das könnte gut gehen, könnte aber aber auch direkte und indirekte negative Folgen für andere Arten haben.
Ein direkter Effekt wäre zB Konkurrenzdruck, ein indirekter Effekt zB die explosionartige Vermehrung von Fressfeinden der Motte, welche wiederum auch andere Arten fressen und diese (durch die enorme Anzahl der Fressfeinde) dezimieren.
Dezember 2nd, 2009 um 23:12
simon
an genau das habe ich auch gedacht, L.
Dezember 2nd, 2009 um 23:35
Ben@Lebenskleidung
Stimm wohl L. Aber es wird sich ja sowieso leider nix auf einen Schlag aendern, es sei denn ein Meteroit schlaegt ein. Ansonsten sehe ich auf kurze Zeit nicht, dass Indiens und Chinas Seidenproduktion umschwenkt. Aber wenn wir diesen Raupenfrankenstein geschaffen haben, muss es ja auch Moeglichkeiten geben diesen wieder “abzuschalten”. Es geht ja hier vor alem ums Prinzip und den ersten Schritt, den Konsum der Standardseide runterzufahren. Tausend Milliarden Motten sind bestimmt nicht so gesund fuers Oekosystem :)
Dezember 3rd, 2009 um 05:09
Björn Hens
Es gibt immer einen Haken! Egal was wir auf der Erde tun, wird immer etwas anderes dadurch beeinflusst. Das sollte uns dennoch nicht hindern, einen ersten Schritt zu machen. Solange man bereit ist, den Schritt auch nochmals nachzukorrigieren. Soll heißen: Erstmal die Raupen verschonen, dann schauen, wie wir mit dem nächsten Problem fertig werden. Wenn wir uns vor der Abschaffung der Kinderarbeit zu viele Gedanken über die Zukunft der Wirtschaft gemacht hätten, wären wir diesen richtigen Schritt vielleicht nie gegangen. ;) Dran bleiben heißt die Devise! :)
Dezember 3rd, 2009 um 14:34
Geldspielautomaten
An sich n brauchbarer Beitrag, aber kannst du später n wenig detaillierter sein? Das wäre wirklich toll ;-)
November 24th, 2010 um 23:21
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