Grün mit ein bisschen Tierquälerei?
Von taught by nature am 14. Feb. 2012
Daunen aus tierqäulerischer Haltung für die schicken Daunenjacken.
Der Outdoor Konzern Patagonia ist für sein Öko-Image mittlerweile bekannt. Man achtet auf eine faire Bezahlung der Arbeiter und setzt auf neuartige nachhaltige Materialien zum Herstellen der Outdoor Kleidung. Leider nimmt man es aber mit dem Tierschutz wohl nicht so genau. Wie die Tierschutzorganisation Vier Pfoten aus berichtet, werden bei Patagonia Daunen aus tierqäulerischer Haltung für die schicken Daunenjacken genutzt.
Manche kennen vielleicht das Problem der Stopfleberproduktion bei Gänsen. Um Stopfleber zu erhalten werden den Tieren mit Gewalt und maschinell die Mägen vollgestopft. Und dies oft drei Mal am Tag und mit einer Menge, die dem dreifachen der Tagesration beträgt. EIne Qual für die Gänse. Und genau aus dieser Produktion stammen auch Daunen, die es dort besonders günstig gibt. Diese werden noch immer teils vom lebendigen Tier gerupft und das im Akkord. Empfindlichen Menschen rate ich davon ab, sich diese Prozedur anzusehen.
Und genau solche Daunen landen in den Kleidungsstücken von Patagonia, wie Vier Pfoten berichtet. Diese wissen wohl auch darum, aber wollen nichts dagegen unternehmen. Warnhinweise an den Jacken lehnen sie natürlich ab. VIelleicht kann ja ein kleiner Online-Protest mehr erreichen. ;)
Danke!









11 Kommentare
Samson
Patagonias Stellungsnahme von Dezember findet sich übrigens in deren Blog.
http://www.thecleanestline.com/2011/12/the-lowdown-on-down-an-update.html
Ich finde die reaktion gut. sehr transparent und ehrlich.
Das einzige was sie anders machen könnten wär die produkte zu kennzeichnen bzw. von daunen abstand zu nehmen bis eine bessere alternative gefunden ist.
Warscheinlich gibt es zur zeit noch keinen hersteller der daunen produkte herstellt die diesen maßstäben entsprechen. Insofern find ich patagonias initiative eine lösung zu finden gut.
“What we did learn does not sit well with us. Four Paws was correct: We are using down from geese harvested for foie gras as well as meat (with down as a by-product).
We didn’t see any evidence of live-plucked down in the parts of the supply chain we visited, and we verified that the slaughterhouses we visited contract with and audit the farms from which they purchase geese to ensure that they do not live-pluck the birds.
Since then, we have made more trips to learn about our current, and alternative supply chains. Our goal is to bolster our tracing program so that the documents we inspect at each stage can be linked together with more clarity to pass a formal chain-of-custody audit by an independent third party. We want to ensure that no live-plucking is done at any point in the supply chain, including on farms where geese lay eggs that will be hatched and raised as chicks before going eventually to slaughterhouse.
We are not comfortable using down from force-fed geese. We have learned much from our research but still have no short-term alternative source for down from geese that are neither live-plucked nor force-fed. We are continuing to deepen our knowledge of down supply chains and to talk with Four Paws and other NGOs that have something to teach us.
We are also participating in the formation of an Outdoor Industry Association and Textile Exchange Task Force on Down Products and Supply Chains and its parent Traceability Work Group. The goal is collaboration among brands and suppliers to establish standards and methodologies for traceability in complex supply chains. We will meet for the first time in January.
We are committed to finding a long-term solution. We’ll keep you posted on our progress.
In the meantime, the caveats we mentioned last spring still apply. If you’re a vegan whose avoidance of animal products extends to shoe leather, you may also want to avoid down clothing. And if you think foie gras should not be produced or sold you may also want to avoid its by-product. We offer a number of synthetically insulated garments. Synthetic insulation, while not as efficient as down, works better than down in wet conditions.”
Februar 14th, 2012 um 11:52
Samson
Ich hab keine ahnung warum der kommentar ohne absätzte erschienen ist.
Februar 14th, 2012 um 12:02
sunimar
Es bleibt letztlich aber die Frage, warum überhaupt Daunen. Gilt natürlich für jedes (Neben-) Produkt aus (Massen-) Tierhalt.
Februar 14th, 2012 um 16:12
Samson
Die Antwort auf das warum dürften die besonderen Qualitäten von Daunen für Funktionskleidung sein. Kunststoffe scheinen diese qualitäten noch nicht zu erreichen.
Diese art der Teirhaltung ist damit nicht zu rechtfertigen.Trotzdem finde ich Patagonias reaktion angemessen und im großen und ganzen positiv.
Patagonia hat in der Vergangenheits bereits demonstriert hat das sie Lösungen schaffen für Probleme die sie erkannt haben.
Das sie aktive sind um auch dieses Problem an zu gehen freut mich.
Ist mir lieber als wenn sie sich nur aus dem markt zurück ziehen und es “anderen” überlassen.
Wie gesagt deutlichere markierungen oder ein produktionsstop bis eine angemessene lösung gefunden ist sind nachvollziehbare forderungen.
(was ja die forderung von vier pfoten ist)
Februar 14th, 2012 um 17:08
taught by nature
@sunimar: Like! :)
Februar 15th, 2012 um 09:36
Lars
@taught by nature: Erstmal danke für den Artikel. Ich hatte mir ja schon gedacht, dass Daunenproduktion übel ist, aber diese Stopflebersache geht ja gar nicht.
Gibt es bereits Hersteller die garantiert stopfleberfreie Daunen nutzen? Und das am besten auch bei vergleichbaren Stückzahlen? Oder heißt die Alternative bislang schlicht keine Daunen? Dass kann sich ein Brand wie Patagonia vermutlich nicht unbedingt erlauben. Anders als in Europa sind die ja global kein Nischenanbieter, sondern gehören in den USA und Japan zu den Marktführern. Und der inzwischen wirklich superharte Wettbewerb in der Outdoorbranche hat Patagonia sogar dazu veranlasst nun doch auch GoreTex einzusetzen, was ich sehr schade finde.
Und während wir dachten recycelte Kunstfasern seien stets eine gute Alternative, müssen wir nun lernen, dass diese bei der Reinigung Microplastik in die Meere abgeben, das sich dann in Meerestieren anlagert:
http://www.kirstenbrodde.de/?p=1845
Da Jacken selten gewaschen werden bin ich hier weiterhin für Recyclingkunststoffeinsatz.
Finisterre kommt übrigens z.b. ohne Daunen aus und behauptet sogar funktionale Vorteile des Primaloft-Eco-Materials:
http://www.finisterreuk.com/mens-outdoor-clothing/clothing/mens-insulated-jackets/sastruga-mk-iii.html
Und nau schreibt zumindest, dass sie keine Ahnung haben, wo die Daunen herkommen: “Even though the 850-fill goose down we use in the Down Hoody is renewable, its origins are currently unknown. Since traceability is an integral part of our commitment to sustainability, we’re working hard to trace the origins of the down we use.”
Februar 15th, 2012 um 18:42
eco-logic
@samson
Es ist nicht richtig, dass Kunstfasern die Qualitäten von Daunen nicht erreichen – im Gegenteil! Bei Nässe saugen sich Daunen voll und müssen ewig trocknen. Ganz anders ist es bei Kunstfasern: sie saugen sich nicht voll und sind zudem atmungsaktiver. Kein Wunder, dass gerade die meiste Funtionskleidung zu 100% aus Kunstfasern besteht.
Daunen haben zu unrecht das Image eines Naturprodukts und zu unrecht gelten sie als Qualitätsmerkmal. Sie sind schlecht für Tier und Umwelt in der Gewinnung und taugen nicht viel beim Tragen.
Mein Fazit: Daunen sind ähnlich wie Pelz Überbleibsel aus der Steinzeit!
Februar 17th, 2012 um 16:31
Samson
ich bin definitiv kein experte aber ich meine das daunen immer noch besser zu komprimieren und leichter bei gleicher oder besserer isolation sind.
Je nach anwendungsgebiet hat kunstfasser natürlich vorteile.
Wenn es richtig ist, das daunen keinerlei vorzüge gegenüber kunstfaser haben
und auch nicht als (neben)produkt aus artgerechter tierhaltung gewonnen werden können dann bin ich tatsächlich sehr überrascht das patagonia noch nicht auf kunstfaser umgestiegen ist.
Gäb dann kein grund für ein unternehmen das mit kunstfaser umzugehen weis, keine günstigen produkte zu produzieren versucht und sich um die umwelt bemüht nicht um zu stellen.
Wär schon ein wenig entäuschend.
Februar 21st, 2012 um 00:20
taught by nature
Danke für die tollen Kommentare! :)
@Lars: Danke für deine wie immer detaillierten Infos.
Tierische Stoffe sind einfach tabu. Jegliche Argumente, die uns bis heute ermöglicht haben, die Tiere auszubeuten, sind Geschichte. Sei es die Leidfähigkeit, die Emotionen, die Intelligenz…. what ever. EGal wie wir es drehen und wenden, die Grenze zwischen Tier und Mensch, bzw. nicht-menschlichen und menschlichen Tieren ist dahin, bzw. war noch nie da. Fazit: EInfach damit abfinden.
ALternativen? Kunststoff ist super praktisch und vielseitig anwendbar und bestimmt auch nch ausbaufähig, ABER wie Lars schon sagt: Es wird ausgeschwemmt, kommt in kleinsten Teilen in unser Trinkwasser und auch in unseren Körper. Im Film “PLastic Planet” finden sie sogar Kunststoff in menschlichen Zellen.
Fazit: Am Ende muss wohl doch wieder der Hanf herhalten. ;) Ein Allround-Wunder.
Februar 21st, 2012 um 11:27
Samson
Wenn man tierische produkte zum tabu erkärt dann gehn daunen natürlich sowieso nicht.
Seh ich nicht so. Insofern begrüß ich patagonias schritt die lieferkette zu verfolgen und hoffe das möglichst bald daunenprodukte aus artgerechter tierhaltung etabliert werden, wenn sie nicht durch ökologisch und funktional vergleichbar gute produkte ersetzt werden können.
(Wobei wenn daunen die für funktionskleidung/schlafsäck geeignet sind eventuell sogar von tieren aus artgerecht haltung/wilden tieren für lebensmittel verwendet werden als nebenprodukt möglich sind denke ich währen sie ökologisch den kunstfasern überlegen. Müsstens ja leicht recycelbar sein und mehr vom tier wird verwendet)
Ich plan mir in nächster zeit nen besseren schlafsack zu kaufen werde bei den recherchen mal darauf achten wie kunstfasern im vergleich zu daunen abschneiden, müsste man ja am verhältnis von volumen, gewicht und isolation bei schlafsäcken gut vergleichen können.
Februar 21st, 2012 um 20:01
eco-logic
Bei der Verarbeitung von Daunen werden ähnlich wie bei Leder Bleich- und Gerbstoffe verwendet, die viel schlimmer für die Umwelt sind als jegliche Kunstfaser. Ganz zu schweigen von der Tierhaltung – sie hat nachweislich einen höheren Treibhausgas-Ausstoß weltweit als alle Autos, Flugzeuge und Schiffe zusammen, zudem werden Unmengen an Futter, Wasser und Energie verschwendet. Fäkalien belasten den Boden und das Grundwasser. Daunen sind also gar kein abbaubares Naturprodukt.
Zudem verdient jeder Tierhalter ca. 15% pro Tier an den Daunen. Daunen sind also auch kein einfaches Nebenprodukt der Fleischproduktion, sondern ein relevanter Gewinnfaktor. Viele Tierhalter könnten sich die Haltung der Tiere gar nicht leisten, wenn sie nicht ihre Federn oder ihre Haut verkaufen würden. Leder macht z.B. ca. 40% des Gewinns pro Tier aus.
Fazit: Hände weg von Daunen!!!
Februar 28th, 2012 um 15:17
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