gong chao: Arbeitskämpfe in China
Von zündstoff am 14. Dez. 2010
Den wenigsten ist bekannt, dass auch in China ständig Streiks von Arbeiter_innen, die für ihre Rechte kämpfen. Im Oktober 2010 ist bereits das zweite Buch in der Reihe “gongchao” (sprich: gung tschao: Streik, Streikbewegung oder -welle, auch Arbeiterinnenmobilisierung oder -bewegung) erschienen.
Das Buch Aufbruch der zweiten Generation – Wanderarbeit, Gender und Klassenzusammensetzung in China mit Beiträgen von Pun Ngai, Ching Kwan Lee und anderen bietet Informationen und Analysen zur Situation und den Kämpfen der WanderarbeiterInnen in China.

Millionen WanderarbeiterInnen strömen seit den 1980er Jahren vom Land in die Städte, verrichten dort die harten, monotonen Niedriglohnarbeiten und bilden den Motor des Aufstiegs Chinas zur Fabrik der Welt. Die erste Generation, die in den 1980er und 1990er Jahren loszog, hatte wenige offensive Antworten auf ihr elendes Schicksal und bediente sich weitgehend individueller Widerstandsformen. Die zweite Generation, die in den 2000er Jahren erwachsen geworden und mit der Lohnarbeit angefangen hat, lässt sich dagegen immer weniger gefallen, was sich auch in der Streikwelle ab Mai 2010 zeigte. Das Buch Aufbruch der zweiten Generation lässt aus unmittelbarer Nähe erkennen, wie Chinas neue ArbeiterInnen darum ringen, ihr Leben selbst zu bestimmen. Zugleich bereichert das Buch die theoretische Debatte um die Zusammensetzung einer neuen Arbeiterklasse, die (nicht nur) die chinesische Gesellschaft dramatisch verändern könnte.








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