Herbsttagung der CIR / Näher_innen Rundreise
Von zündstoff am 17. Okt. 2011
Auf der diesjährigen Herbsttagung am 05. November 2011 legt die Christliche Initiative Romero (CIR) den Schwerpunkt auf das Thema „Ethischer Konsum im Supermarkt?“.
Neben Vorträgen von ExpertInnen aus Industrie und Zivilgesellschaft wird auch unsere Freundin und Handelspartnerin Maria Elena Medina über die Nähkooperative ‘Fair Trade Zone’ bericheten.
Auf der diesjährigen Herbsttagung am 05. November 2011 legt die Christliche Initiative Romero (CIR) den Schwerpunkt auf das Thema „Ethischer Konsum im Supermarkt?“.
Neben Vorträgen von ExpertInnen aus Industrie und Zivilgesellschaft will die CIR gemeinsam mit den Teilnehmerinnen einfache Werbebotschaften offen legen und in Workshops Kriterienfür den strategischen Einkauf erarbeiten.
In einer abschleißenden Podiumsdiskussion werden aber auch die Grenzen individuellen Konsumverhaltens aufgezeigt diskutiert werden ob private Kaufentscheidungen politische Regulierungen ersetzen können.
Besonders freut uns als zündstoff, dass die CIR unsere Freundin und Projektpartnerin Maria Elena Medina Vallejos von der ‘Fair Trade Zone’ eingeladen hat. Seit 2001 wird in der selbstverwalteten Fabrik Kleidung aus Bio-Baumwolle unter fairen Arbeitsbedingungen produziert, seit 2006 auch für uns.
Gebäude und Maschinen sind Eigentum der Mitglieder der Kooperative, die sich selbst als ‘owner workers’ bezeichnen. Dies ermöglicht ihnen faire und existenzsichermde Löhne weit über dem gesetzlichen Mindestlohn und gleichberechtigte Entscheidungen im Kollektiv.
Elena ist Mitglied der Kooperative und im Bereich Export und Verkauf tätig. Sie wird über die Geschichte der Kooperative, über Arbeitsbedingungen und Herausforderungen eines selbstverwalteten Betriebes in Nicaragua berichten.
Das komplette Tagungprogramm findet sich auf der Website der CIR. Besonders erfreulich ist der geringe Tagungsbeitrag in Höhe von 10,- EUR (Ermäßigt 5,- EUR).
Wir bedanken uns außerdem herzlich, dass die CIR es uns uns ermöglicht im Rahmen von Elenas Deutschlandreise auch zu uns nach Freiburg und in ein paar andere Städte zu kommen, um von der Kooperative berichten.
Freiburg: Mittwoch, 2. November 2011, 20 Uhr, Cafe Velo
Speyer: Donnerstag, 3. November 2011, 20 Uhr, Ägidienhaus
Mönchengladbach: 5. November, morgens, Fachhochschule Niederrhein
Köln: 5. November, abends, ???
Die beiden letzteren Termine stehen z.Z. noch nicht genau fest, können aber bei Femnet erfragt werden.









2 Kommentare
phyrius
Dieser Artikel macht für mich mal wieder deutlich, warum einige Bekannte, die derzeitige Ausführung des “fair trade”-Prinzips für ununterstützbar halten.
Und auch wenn ich nach wie vor bei Nahrungsmitteln oder auch Klamotten auf das Siegel Wert lege, bekomme ich doch zunehmend Kopfschmerzen dabei, weil man damit anscheinend fast immer die Verbreitung irgendsoeiner bescheidenen Religion einkauft, die sich zum einen als ethische Avantgarde aufspielt, die auf der anderen Seite jedoch aberdutzende von Leichen im Keller hütet.
Ich weis nicht, was mir besser gefällt: durch Neokolonialismus oder durch eine Sekte ausgebeutete Menschen.
Als Lösung bleibt vermutlich einzig Konsumverzicht.
Mfg,
Philipp
Oktober 17th, 2011 um 18:46
Sascha
Hi Philipp,
irgendwie schön, dass es hier auch mal polemischen Widerspruch gibt und nicht immer Friede, Freude, Eierkuchen.
Auch wenn ich Religions- / Kirchenkritik prinzipiell immer zustimme, selbst nichts mit irgendeiner Art von Religion am Hut habe und gerne jede Petition für die Abschaffung von Kirchensteuer, die Vergessellschaftung von Kirchenbesitz o.Ä. unterschreibe: Deine Kritik strotzt nur so vor scheinbar radikalen Leerformeln.
Das wir zu einer Veranstaltung von einer Organisation, die sich unter anderem auf die Befreiungstheologie bezieht, einladen kannst du bewerten wie du willst. Ich finde den Inhalt der Veranstaltung, die Arbeit der CIR und auch die Arbeit von Menschen wie Ocsar Romero unterstützenswert, egal ob da christlich steht oder “nicht”.
Mit den Produkten, die die Koop herstellt hat das allerdings überhaupt nichts zu tun.
Erstens wird hier im Eintrag ja gar nicht dazu aufgerufen irgendwas zu konsumieren. (Außer einer Tagung vielleicht.)
Zweitens: Selbst wenn dem so wäre und selbst wenn du eines der Shirts aus der Koop kaufen würdest, unterstützt du damit auf keinen Fall die CIR oder irgendeine Art von Religion. Die Kooperative ist völlig unabhängig von irgendwelchen religiösen Institutionen. Genau wie wir als zündstoff auch.
Konsumverzicht bleibt für mich ebenfalls nicht die einzige Lösung. Den können wir uns vielleicht leisten, wenn es um die vierte Jeans, das Auto oder das sechste Bier am Abend geht. Und in diesem Fall macht er auch durchaus Sinn.
Für die Menschen aus Nicaragua würde Konsumverzicht in vielen Fällen jedoch Unterernährung und Hungertod bedeuten. So viel zu neokolonialen Verhältnissen.
Übrigens bleiben auch noch politisches Engagement und Solidarität, wenn du deiner Haltung nicht durch Konsum Ausdruck verleihen willst.
Das wird heutzutage leider oft vergessen.
Oktober 19th, 2011 um 14:47
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