Nach den Sternen greifen…

Von am 25. Apr. 2010


Kollektive Aneignung statt globale Enteignung. So lautet das Motto des diesjährigen BUKO vom 13.-16. Mai 2010 in Tübingen. Der Kongress der Bundeskoordination Internationalismus findet bereits zu 33ten Mal statt.

Sie kehrt immer wieder in unseren (politischen) Alltag zurück – die große Frage: Gibt es ein richtiges Leben im Falschen? Es sind die miesen Verhältnisse, die uns häufig in die Abwehrposition drängen: Ob gegen die ständige Beschneidung sozialer Rechte, gegen fortschreitende Privatisierung, Entdemokratisierung und Repression, gegen Flüchtlingsbekämpfung, Menschrechtsverletzungen, ungerechten Welthandel und Krieg – es ist vor allem der Kampf gegen die Übel, der uns bewegt. Auch auf dem BUKO33 richten wir wieder den Blick auf die Verhältnisse und auf die Kämpfe dagegen. Wir fragen aber gleichzeitig nach Alternativen und Perspektiven der Veränderung, nach erfolgreichen Aneignungskämpfen und konkreten Utopien.

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Nach den Sternen greifenNach den Sternen greifen I: EU

Sehen wir uns die Realitäten in der EU an, kämpfen wir scheinbar machtlos gegen ein sich rasant formierendes Imperium: Europäische Polizei patrouilliert überall auf der Welt, der machtvolle Zugriff auf natürliche Ressourcen weitetet sich stetig aus, die Grenzen werden weiter hochgezogen gegen Flüchtlinge aus Ländern, in denen Kriege geführt und unterstützt und die in neokolonialer Manier ausgeplündert werden. Auf dem BUKO33 fragen wir nach Alternativen und Perspektiven: Welche eigenen Vorstellungen und Ideen einer „postnationalen Konstellation“ haben wir eigentlich? Wo lassen sich Widerstände und Kämpfe bündeln?

Nach den Sternen greifen II: Commons/Gemeingüter

Der scheinbar unaufhaltsamen Privatisierung von Gemeingütern und Ressourcen setzen wir widerständige und solidarische Praxen der Selbstverwaltung und des Teilens entgegen. Wir fragen nach gelebten Utopien und suchen nach „Halbinseln“ des guten Lebens: Wie sehen konkrete und utopische Praxen der kollektiven Produktion und Nutzung von Ressourcen, Dingen, Wissen und Räumen aus? Welche Erfahrungen gibt es mit emanzipatorischen Praktiken der Schaffung und Erhaltung von „Commons“?

Auf dem BUKO33 grübeln wir also nicht nach der Möglichkeit eines „richtigen Lebens“ im Kapitalismus, sondern diskutieren Ansätze praktischer Widerständigkeit (auch) über die Abwehr hinaus, die Frage nach Kollektivität und die vielfältigen Wege zu einem guten Leben für alle.

Erwartet werden unter anderem auch viel Gäste aus Ländern des Südens.  Außerdem gibt es einen speziellen “Junge Leute”-Kongress, dessen Workshops weniger Fachwissen voraussetzen und leichter Verständlich sind.

Der Unkostenbeitrag beträgt 20,- Euro ermäßigt, 30 Euro normal uoder 40,- Euro Solipreis. Enthalten: politische Inspiration, Schlafplatzvermittlung, Kinderbetreuung. Nicht enthalten: Essen

Zum Einstieg ins Thema “Commons” eignet sich der Reader “Gemeingüter – Wohlstand durch Teilen von der Heinrich Boell Stiftung.

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Passend zum Thema:

Seit Freiburg hat die Freiburger “Freiraumkampagne” ein leerstehendes Gebäude in der Gartenstraße besetzt.

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In Pforzheim zogen am Samstag etwa 30 Menschen symbolisch in das leerstehende Sinn & Leffers-Gebäude in der Pforzheimer Innenstadt ein.

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